Auf den Spuren von Nis Puk

An Freedag, wie soll es anders sein, erwachte Blaue Feder aus sonderbaren Träumen.

Im Traum waren lauter Helfer auf dem Hof. Einer grub eine Pflanze in der Scheune aus und brachte sie in den Garten. Ein anderer sammelte das Holz zusammen, der nächste das Metal und eener die Steine. Überall waren Wesen am Werkeln und halfen den Schwalbenhof aufzuräumen.

Sie erzählte den Traum Brauner Bär und er sagte, das höre sich nach Zwergen an.

Blaue Feder hatte eine bewegte Woche hinter sich. Sie hatte sich entschlossen ihren Brot-Job zu behalten, einfach weil sie die Leute dort gern hatte. So fuhr sie in die Große Stadt, um wie eine Königin weise zu verhandeln. Soviel musste sie garnicht handeln – wie von Zauberhand wurden ihr Angebote unterbreitet, die mindestens drei Wackersteine von ihren Schultern fallen ließen.

Es war der Traum, der sie auf die Spur brachte und sie schaute sich noch einmal den Spruch auf der Bank an, auf der sie gesessen hatte.

„Tosam een lütten Ogenblick op disse Bank. Von de Homfelder un uns Nis Puk“

Wer waren die Homfelder und wer war dieser Nis Puk?

Blaue Feder hatte sich diesen Nis Puk etwas genauer angeschaut und ihr war aufgefallen, er hielt eine kleine Schüssel in seiner Hand.

Dann begab sie sich auf die Spurensuche und bei ihren Recherchen wurde sie fündig auf der Seite vom Naturschutzring Aukrug. Da gab es eine kleine Geschichte zu Nis Puk.

Uns Nis Puk op de Boxberger Steinbank

Die Nis-Puk-Skulptur auf der Boxberger Steinbank hält eine kleine Schüssel in der linken Hand (in Erwartung einer Anerkennung für seine hilfreichen Taten). Den rechten Zeigefinger hält sie leicht gekrümmt nach oben (Das typische Homfelder, aber meist doch mehr scherzhaft gemeinte: „Pass op!“).

Nis Puks sind kleine Trolle, die in Schleswig-Holstein und in ganz Skandinavien auf Dachböden, in Kuhställen oder in Scheunen leben. Sie passen auf Haus, Hof und Tiere auf, wenn die Bewohner bereit sind, Kinder und Haustiere gut zu behandeln. Hin und wieder bekommen die Nis Puks auch als Dank eine Schüssel Grütze zum Essen (mit viel Butter).

Ach ja: Sie zeigen sich meist nur Kindern und Tieren („Aber auch nur wenn sie wollen“). Man muss aufpassen, dass man sie nicht ärgert, denn sie können ein wenig zaubern!

Unser Homfelder Nis Puk

Vor ein paar Jahren erzählten ein paar Kinder, dass sie beim Schlittenfahren auf dem Boxberg einen kleinen Nis Puk aus Homfeld getroffen haben (so 70 oder 80 cm groß, mit Lederstiefeln und einer roten Zipfelmütze auf dem Kopf).

Er war wohl sehr freundlich und erzählte den Kindern, dass er früher in Toftum (zwischen Emmelsbüll und Horsbüll) zu Hause war. Dort lebte er mit nur einer Kuh bei einer alten Oma Andersen in einer alten, kleinen, schiefen Verlehnskate (das ist ein kleines Haus, mit kleinem Stall, für alte Leute).

Oma Andersen war sehr oft mit Ihrer alten Kuh in Ihrer schiefen Verlehnskate allein, aber Nis Puk half ihr, wo er nur konnte.

Nis Puk war in Toftum sehr glücklich, aber Oma Andersen starb irgendwann und die Kuh zog nach Hoddebülldeich um. Da merkte er, dass die alten Zeiten mit Mythen, Märchen, kleinen Kuhställen und schiefen Häusern wohl zu Ende gehen würden. Kurzerhand entschied er, dass er seine Verwandten in Schweden besuchen möchte – zum Beispiel den Troll, der angeblich Nils Holgersson in einen Däumling verwandelt hatte. Also stieg er in Klanxbüll in einen Zug und wollte dann bis zum Kieler Schwedenkai fahren (vom Schwedenkai fahren Fähren nach Norwegen und Schweden). Aber unten in den Wiesen von Homfeld musste der Zug mit einer Vollbremsung anhalten, da eine Kuh auf den Bahngleisen stand: eine große, wunderschöne dunkelbraune,  rahmige Holstein-Kuh mit tiefen großen Augen und langen Wimpern, die wohl von ihrer Weide ausgebüxt war (man munkelt, es war Bruno Thun seine).

Trotz lauten Hupens wollte die Kuh einfach nicht von den Bahngleisen gehen, daraufhin stiegen der Lokführer und Nis Puk aus und führten die Kuh gemeinsam von den Bahngleisen (Natürlich war Nis Puk für alle Mitreisenden unsichtbar).

Der Lokführer sprang dann aber so schnell wieder in den Zug, dass Nis Puk es mit seinen kurzen Beinen nicht schaffte, hinterherzukommen. Der Zug fuhr ohne ihn weiter. Jetzt stand Nis Puk mit Brunos Kuh allein in den Homfelder Wiesen.

Da aber dachte er: „Wo es so schöne Kühe gibt, muss es wohl auch gute Menschen geben“.

So kam Nis Puk nach Homfeld.

Seitdem aber die Bauernhöfe, Ställe und schiefen Katen nun auch in Homfeld weniger geworden sind, sitzt Nis Puk immer öfter auf einem Stein auf dem Boxberg und schaut in die Ferne, und so manches Mal wohl auch wehmütig zurück in seine alte Zeit.

Eins noch: Wenn die Erwachsenen sagen, das ist alles Quatsch, denkt euch nichts dabei, sie können unseren Nis Puk ja auch nicht sehen.

https://www.naturschutzring-aukrug.de

Soviel zu der Geschichte von Nis Puk. Grade fliegen ein paar Tauben an Blaue Feders Fenster vorbei. Doch was es mit den Tauben und Nis Puk auf sich hat, erzählt sie dann ein anderes Mal.

2 Kommentare zu „Auf den Spuren von Nis Puk

    1. Liebe Malin, hätte ich mir fast denken könnnen, dass Du Nis Puk kennst. Ich habe mir die Bücher grad bestellt. Freue mich schon drauf, tiefer in seine Welt einzutauchen. Ja, das wäre fein, einen Nis Puk auf dem Hof zu haben. Herzliche Grüße, Susanne

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