Ein Lächeln

Sie öffnete die Augen und musste sich erst einmal vergewissern, wo sie war. Sie war wieder zuhause im Tal der BroklandSau. Es war drei Uhr nachts. Die Venus stand leuchtend am Himmel und ein Lächeln huschte über ihr Gesicht – wann hatte sie das letzte Mal gelächelt?

Gestern saß sie bei Ihrer Homöopathin im Wartezimmer und eine Mutter kam mit ihrem Kind. Sadie, so hieß das Mädchen setzte sich in die Spielecke und fing an Möhren zu kochen. Sadie ist ein arabischer Name und bedeutet ‚Perle in der Muschel‘. ‚Du hast aber einen schönen Namen ‚ sagte Blaue Feder, spielte mit Sadie und fand die Möhren lecker. Dann wurde vorgelesen, eine Geschichte von Janosch: Komm, wir suchen einen Schatz. Tiger und Bär machen sich auf den Weg, das Glück der Erde zu suchen und Blaue Feder lächelte.

Der Stern der Freude lächelte zurück und Freude senkte sich in ihr Herz. Als sie sich umdrehte, lachte sie das Mutterkraut groß an. Es wuchs jedes Jahr aus einer Spalte im Beton und wurde immer größer. Die ‚Mütternacht‚ kam Blaue Feder in den Sinn.  Es war Johanni, der 24. Juni. Drei Tage zuvor hatte sich die Sonne gewendet und dann war die Zeit für eine Weile stehen geblieben.

Als Blaue Feder heimkam, ging sie zuerst in den Garten. Eine Heckenrose war erblüht, die Johannissträucher hingen voller roter Beeren und überall blühte das Sonnenwendkraut. Das Johanniskraut lächelte ihr überall im Garten entgegen. Vielleicht war es grad besonders wichtig für sie.

Einst hatte Blaue Feder im Land der Heckenrosenfrau die Rote-Beeren-Zeit für sich entdeckt. Sie hatte sich gedacht, wenn es die Raunächte um die Wintersonnenwende gab, dann gab es wohl auch die Rote-Beeren-Zeit um die Sommersonnenwende. Ihre Rote-Beeren-Zeit begann für sie zu Johanni und endete am 6. Juli, dem Geburtstag von Frida Kahlo.

Sie setzte sich zum Meditieren hin und visualisierte eine Seerose in ihrem Herzen und schritt Blatt für Blatt die Seerosenblätter ab. Es war ihr als würde sie dabei einen Berg langsam hinaufsteigen. Irgendwann blieb sie sie stehen und schaute zurück und sie schaute zurück auf das, was sie erlebt hatte im Tal der Sprudelnden Quellen.

Danach kuschelte sie sich wieder ins Bett, aber sie schlief nicht mehr ein. Draußen maunzte Taiga vor ihrem Fenster und bat um Einlaß. Die Sonne ging langsam auf und im Schatten der Gardinen sah sie Taiga. Sie ließ die Katze rein, holte sich 9 Blüten vom Mutterkraut, brühte sich einen Tee auf und setzte sich hin zum Schreiben.

Aurora, die Soundsovielte, turnte draußen Garten herum, auf der Suche nach ein paar Sonnenblumenkerne. Ach, wie herlich vertraut alles war.

Allein auf der Fensterbank stand ein neuer Tonkopf. Eine Frau lächelte und ihr Spiegelbild lächelte zurück. Wie dieser kleine Tonkopf in ihr Leben kam und wie und ob sie ihr Lächeln wiederfand, davon erzählt wohl diese Rote-Beeren-Geschichte.

Diese Geschichte beginnt mit dem Mädchen Viktoria. Wo Blaue Feder Viktoria traf, kannst Du erfahren, wenn Du auf den Button drückst.

Du kannst die Geschichte auf Fullscreen stellen, dann ist sie leichter zu lesen.

Wer mehr über die Rote-Beerenzeit wissen möchte, kann sich ihr Buch Im Land der Heckenrosenfrau: https://blauefeder.home.blog/2020/10/04/im-land-der-heckenrosenfrau/ anschauen.

2 Kommentare zu „Ein Lächeln

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