Zeiten des Wandel

Es war zur Zeit der Sommersonnenwende – Blaue Feder stand am Seerosenteich und für einen Moment stand die Zeit still.
Sie schaute sich die Seerosen an und fragte sich wie ihr Weg wohl weitergehen wird.
Da fiel ihr die Geschichte von Avalokiteshvara, der auch Liebevolle Augen genannt wird. Als er liebevoll die Welt betrachtete und die Leiden der Menschen sah, die scheinbar gar nicht weniger wurden, weinte er so sehr, dass sich aus seinen Tränen ein See bildete. Aus dem See spross eine Lotusblüte und ihm erschien die Grüne Tara, die auch Stern genannt wird und sie versprach ihm von nun an Seite an Seite mit ihm zu arbeiten.
Blaue Feder hat diese Geschichte getröstet und mit einem Stern in ihrem Herzen würde auch sie ihren Weg weiter gehen.

Der Stern

Etwas Zeit verging und Blaue Feder bekam einen neuen Impuls das Bild weiter zu malen. Sie fand es schön, aber irgendwas fehlte ihr. Strukturen, Bewegung oder Tiefe. Mutig wie sie war, nahm sie weiße und schwarze Kreiden und fing an mehr Strukturen ins Bild zu malen. Es kam Bewegung in das Bild. Es kam auch Bewegung in Blaue Feder. Sie fing wieder an zu tanzen und merkte wie sehr ihr das gefehlt hatte.

Der Tanz

Und plötzlich stand ihr Bild auf dem Kopf. Es türmten sich hohe Wellen auf. Eine alte Schamanin trommelte wild auf ihrer Trommel und ein ordentlicher Sturm ging los. Ein Schiff kam auf den hohen Wellenkämmen ordentlich ins Schwanken. Eine Frau stürzte von Bord in die Fluten. Und sie versank tief im Meer.

Die Trommel der Schamanin

Nereiden mit ihren Delphinen tauchten auf und nahmen sich der Frau an. Sie kümmerten sich um sie, versorgten sie und gaben ihr neue Kleider. Sie brachten die Frau in Neptuns Reich. Und dort verweilte sie eine ganze Zeit lang.
Das Bild hing bei Blaue Feder an der Wand, aber es passierte scheinbar nichts. Sie nahm es sogar irgendwann ab und stellte es beiseite.
Die Monate vergingen. In der Zwischenzeit besuchte der Saturn Blaue Feders Mond. Saturn, die alte Weise und Lehrerin. Blaue Feder hat die Erfahrung gemacht, dass die Transite des Saturns ihr ganz gut taten. Sie hatte viel Wasser und Feuer im Horoskop und es fehlte ihr die Erde. Da gab ihr Saturn die nötige Struktur.
Aber sie hatte auch ein bisschen Angst vor diesem Saturnübergang.
Sie fing an sich mit anderen Saturnübergängen in ihrem Leben zu beschäftigen. Sie malte andere Biographische Bilder, wo die Alte Weise sie besucht hatte.
Und sie stellte fest, dass sie ihr immer Geschenke hinterlassen hatte.
Und so hatte sie auch diesmal das Gefühl, dass sie noch tiefer in die Mysterien des Mondes eingeweiht wurde.
Seit nunmehr 18 Jahren beschäftigte sie sich mit den Sonne- und Mondzyklen. Sie trug immer einen Sonne-Mondkalender bei sich. In ihrer Meditionsgruppe hatten sie sich viel damit beschäftigt, hatten die Vollmonde gefeiert. Sie wusste, dass die 8. Mondphasen manchmal schwierig waren und die 11.Mondphasen sehr unterstützend eine Idee ins Leben zu bringen. Sie hatten viel experimentiert. Und so sind über die Jahre immer mehr Erfahrungen dazu gekommen.
Mit 18 fand ein Übergang statt. Als Frau wird man eingeweiht in die weiblichen Mysterien.
Nun stand Blaue Feder gerade ganz woanders. Sie war 48 und in den Wechseljahren. 30 Jahre waren vergangen. Wieder hatte sie den Eindruck eingeweiht zu werden in eine neue Phase ihres Lebens.

Das Meer

Sie hatte einen Traum, da fiel der Mond auf die Erde. Ein roter Hund hing an dem Mond. Sie ist dann auf das höchste Haus gestiegen und hat den Mond wieder an den Himmel gesetzt. Aber der rote Hund blieb bei ihr und verwandelte sich in einen schwarzen Hund.

Dieser Traum berührte sie sehr. Die rote Phase, wo sie ihre Tage bekam, war vorbei und es folgt eine neue Phase. Auch der Durchgang des progressiven Mondes durch alle seine Phasen dauert etwa 30 Jahre.
Zum Jahresübergang beging Blaue Feder die Raunächte mit einem eigenem Ritual. Sie nähte sich ein Jahresmandala und nähte, webte und stickte während der Raunächte alles hinein, was ihr so begegnete – Symbole aus Träumen, Fundstücke aus der Natur und Begegnungen mit Tieren.
In diesen zwölf Tagen hatte sie das Gefühl, das Tor zur feinstofflichen Welt stand weit offen. In den Tagen und Nächten wurde ihr sehr bewusst wie sehr die gegenüberliegenden Sternzeichen zusammen gehören. Wie scheinbare Gegensätze eine Einheit bilden. In den Tagen hatte sie auch ganz deutlich gespürt wie sehr alles einem ständigen Wandel unterworfen ist. Es gab Morgende, wo sie schlechte Laune hatte und schon eine Stunde später wieder gut drauf war. Manchmal wusste sie nicht so genau, was realer war, ihre Träume oder das Tagesbewusstsein. In den Träumen verändern sich Situationen rasend schnell. Sie begann alles wie in einem Traum zu sehen. Womit wir wieder bei Neptun sind und ihrer Geschichte.
Die Frau in ihrer Geschichte ging also in die Lehre. Tief unten am Meeresgrund fand sie etwas wieder, etwas alt Bekanntes und verloren geglaubtes. Sie fand das Licht wieder und sie fand ihre Wurzeln wieder.
Die Frau oder sagen wir ‚Blaue Feder‘ fand dort auch ihre Sprache wieder.
Sie stellte fest, dass sie eine Geschichtenerzählerin ist. Vielleicht nicht so sehr mit Worten, aber mit Bildern. Wer mag, kann in ihre Bilder eintauchen und sich Geschichten erzählen lassen. Vielleicht erzählen Euch die Bilder ganz andere Geschichten.

Nun waren sechs Monate vergangen. Blaue Feder war durch sechs Sternenmonate gewandert.
Sie hatte die Wintersonnenwende gefeiert und die Rauhnächte begangen. Etwas regte sich in ihr, ihr Bild weiter zu malen. Das Bild fing an zu tanzen und in diesem kosmischen Tanz wurde etwas Neues geboren. Das neue Licht wurde langsam sichtbar. Das ewige Geschenk der Wintersonnenwende. Das Licht wird neu geboren.

Das neue Licht wird geboren

Blaue Feder empfand sich plötzlich als Kind dieser Erde. Eingebunden und zu Hause in dem Großen Einen. Ein kleines Licht in einem großen Licht.

Gaia

‚Wenn wir die Verwurzelung im eigenen Wesen finden, können wir Gefühle der Geborgenheit empfinden. Verbunden mit dem eigenen Wesensgrund können wir uns in die eigenen Tiefen begeben.
Und so wie die Erde im Winter schon die Keime für neues Leben in sich trägt , genauso tragen wir das Wissen und die Hoffnung auf das neue Leben in uns.‘ Dane Rudhyar

So ist Blaue Feder in ihrem Malprozess vom Krebs zum Steinbock gereist. Sie hat den Mond, den Neptun und Saturn oder die alte Weise besucht. Nun wartet sie mit Euch darauf, dass das Licht von Tag zu Tag zunimmt und wir die Sonne mehr und mehr begrüßen können.
Wir sind eingebunden in einen Rhythmus, in einen Tanz und manchmal ist es schön einfach still zu halten und zu lauschen. Dann finden wir auf unseren Reisen auch immer wieder nach Hause.

Hier noch ein paar Worte von Dane Rudhyar, der sich sehr mit den Sonne-und Mondzyklen beschäftigt hat:

‚Wir brauchen nur unser Herz und unsere Hände zu den Sternen erheben. Wir brauchen nur damit aufhören, Grenzen für unsere Erfüllung zu setzen, und aus Angst, die Flut könne sich in Ebbe verwandeln, die Hoffnung aufzugeben. Unser Geist bewegt sich von Wellenkamm zu Wellenkamm und fühlt dennoch die tiefsten Täler und Abgründe. Im Geist sind Höhen und Tiefen eins. Es gibt nur Bewegung, Rhythmus und Harmonie in Ewigkeit.‘

– Wer Lust hat sich mehr mit den Sonne- und Mondrhythmen zu beschäftigen, dem sei empfohlen sich auch einen Sonne-Mondkalender anzuschaffen oder wie Blaue Feder in die Natur zu gehen, still zu werden und zu lauschen.
Dann füllt sich das Jahresmandala mit lebendigen Erfahrungen.

Blaue Feder wünscht Euch ein schönes Mondenjahr 2013 und ein schönes Lichtmeßfest.