Die Schatzkisten

‚Ein Tag am Meer‘

Eine Weile kaute Blaue Feder auf dem Satz der Heilerin aus ihrem Neumond-Traum herum. Als sie unter der Dusche stand, kam ihr der Impuls, dem Satz ein Wort hinzuzufügen.

‚Lass die alte Seelen-Schau beginnen!

Blaue Feder grinste, nun fühlte es sich leichter an und etwas kam in den Fluss.

Als sie die kleine Goldammer-Feder an ihren Gürtel nähte, fiel ihr Blick auf die Schatzkisten, die an der Wand in ihrem Atelier hingen. Die Stoffbänder an ihrem Gürtel, hatten die gleichen Muster und es gab auch biographische Bilder, die sie auf diesen Stoffen gemalt hatte.

Seit einiger Zeit hatte sie den Impuls eine neue Schatzkiste zu bestücken. Das tat sie und nannte sie:

Ein Tag am Meer‘

Als sie vor etwa 10 Jahren mit den Schatzkisten begann, sollte jede Schatzkiste ein Jahrsiebt ihres Lebens wiederspiegeln. Beim Gestalten merkte sie, dass es keine lineare Entwicklung gab. Die Schatzkisten waren wie eine kleine Dauer-Ausstellung. Immer, wenn Blaue Feder etwas bewusst wurde oder sie einen Impuls hatte, veränderte sie die Kisten. Mal war sie mehr in der einen Kiste am Gange, mal in der anderen. Manche Themen fielen ihr leichter und für manche Kisten brauchte sie länger. Die Schatzkisten entsprechen den Feldern oder Häusern im Horoskop. Sie spiegeln ihren Erfahrungs-Schatz auf der Reise durch das Leben.

Auch die Dinge, die Blaue Feder an ihren Gürtel nähte, waren Symbole für ihre Erfahrungen, auch für erworbene Fertigkeiten. Manchmal haben wir ein Thema, das uns besonders durchs Leben begleitet. Unser ganzes Leben feilen wir an uns herum. Manchmal wird aus einer Schwäche eine Stärke, weil wir uns wieder und wieder mit dem Thema beschäftigen. Auf diese Art und Weise werden wir zu wunderschönen runden Kieselsteinen. Wir werden Meister/innen auf vielen Gebieten. Da Blaue Feder oft die Worte fehlten, wandte sie sich der Kunst zu und ließ ihre Bilder erzählen. So ist über die Jahre ein großer Schatz entstanden.

Schauen wir zurück, so mag uns unser Leben manchmal wie ‚ein Tag am Meer‘ vorkommen. Wir allein wissen, wieviele Tränen über die Jahre in das Meer geflossen sind.

Es gibt in der Biographiearbeit eine schöne Übung.

Im ersten Teil schreiben wir unsere Lebensgeschichte rückwärts auf, von dort, wo wir gerade stehen.

Im zweiten Teil betrachten wir sie vorwärts noch einmal liebevoll. Blaue Feder navigierte dabei mit den Sternen. Was war dabei passiert? Sie hatte dabei die inneren Muster mehr verstanden. Sie sah sich noch einmal durch die Täler wandern und über die Berge klettern und entwickelte dabei ein tiefes Mitgefühl für sich selbst und damit auch für die anderen auf dem Weg.

Im dritten Schritt gehen wir heimwärts. Wir lassen die alte Geschichte los. Einige verbrennen dann sogar alle ihre Aufzeichnungen. Blaue Feder war noch nicht an diesem Punkt, alles loszulassen. Vielleicht war es auch mehr ein innerer Prozess – ein inneres Feuer, das alles verbrannte. Wer durch die Wechseljahre geht, kennt das innere Feuer, das immer wieder in uns lodert und alles verbrennt, was nicht mehr Not tut. Eigentlich ist es ein normaler Prozess. Ihre Bilder zu zeigen, ist vielleicht auch eine Art des Loslassen.

Im Zusammenhang mit dem Gürtel sprach Blaue Feder von ‚Würde‘.

Blaue Feder ging oft merkwürdige Wege. Sie hatte den Gürtel vor drei Jahren angefangen zu weben im Kreise lieber Frauen. Dann lag er drei Jahre in einem Korb. Nun holte sie ihn vor und webte ihn weiter. Manches braucht einfach seine Zeit. Manchmal erleben wir Dinge im Leben, die unsere Würde in Frage stellen. Jede Wunde braucht ihre Zeit zum Heilen. Sich dem Leben zuzuwenden, heißt es zu würdigen. Mit einem liebevollen Blick auf uns zu schauen, was uns als Mensch ausmacht. Sowohl unsere Stärken als auch unsere Verletzlichkeit anzunehmen.

An ihrem Gürtel hingen dreizehn Bänder – hier hatte sich wohl die Närrin eingeschlichen.

Es gab drei rosafarbene Bänder, die aus der Reihe tanzten und sich der Liebe verschrieben haben. Welchen Weg wir auch gehen und welche Modelle wir anwenden, unser Leben besser zu verstehen, die Liebe ist wohl stets unsere Begleiterin.

Immer wieder gibt es Übergänge zu feiern und einen neuen Lebensabschnitt zu begrüßen. Blaue Feder liebte die Fülle und doch hatte sie den Eindruck, es würde irgendwie leichter, einfacher und mit weniger Gepäck weitergehen, wenn sie auch noch nicht wusste, wie. Es würde sich zeigen.

Heute lädt Sie Euch noch einmal mit ihr in die Fülle zu tauchen. Das Vergangene zu würdigen und das Neue zu begrüßen.

Genug der Worte –‚Let the show begin!‘

(Wenn Ihr die Bilder anklickt, erscheint eine größere Ansicht.)

Die Reise geht weiter. Für den Moment ist Blaue Feder selbst beeindruckt, wie sie alles zusammengefügt hatte auf ihre Weise.

Ab und an legte sie nun vielleicht ihren Gürtel an, nur so für sich, um das Leben zu würdigen, das sie zu der geformt hatte, die sie war.

— Danke, dass ich Euch meinen Schatz zeigen durfte.

Herzliche Grüße von Susanne, die ‚Blaue Feder‘.

Wer sich für die Biographiearbeit interessiert, dem kann Blaue Feder das ‚Handbuch der astrologischen Biographiearbeit‘ von Petra Niehaus empfehlen. Blaue Feder ist viele Jahre mit Petra und einigen anderen Sternen-Feen gemeinsam über Berg und Tal gewandert.

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