Die Hoch-Zeit

Eines wollte sie dann doch noch erzählen, denn es kam die Erdhummel zu ihr, eine große Erdhummel und setzte sich nieder auf ihren Holunderstab. Dort saß sie lange und putzte ihren dicken Plüschmors.

Vielleicht war es die Erdhummel aus dem Riesewohld?

Sie schauten sich lange in die Augen und Blaue Feder hatte einen Traum.

Sie sah eine Frau den Wilden Mann heiraten, öffentlich, damit es alle sahen und sie sich nicht mehr verstecken mussten. Am Abend wurde gefeiert und sie machte sich schön und ging zu dem Fest.

An der Tür gab es einen Türsteher, der nicht alle reinließ, nur die von Rang und Namen. Er schaute sie an und ließ sie rein, obwohl sie arm war und gab ihr noch drei schwarze Taler dazu. Sie ging zu dem Restaurant, wo gefeiert wurde. Alle waren edel gekleidet und obwohl sie ihr schönstes Seidenkleid angezogen hatte, sah man, es war nur ein einfaches Kleid. Sie schaute an sich runter und sie fand, sie sah ein wenig verkleidet aus. Sie sah lustig aus, ein wenig wie Pippi Langstrumpf.

Sie ging die Treppe hoch in das Restaurant und dort standen Tafeln, auf denen stand, was es zu essen gab. Dort standen auch Preise und das einfachste Essen kostete 200,-€. Sie lachte, weil soviel Geld hatte sie nicht und sie wusste auch nicht, was die schwarzen Taler wert waren. Ein Kellner kam und wollte ihr einen Platz anweisen. Sie drehte sich um und lief lachend die Treppe hinunter. Es war ihr, als würden alle Kleider von ihr abfallen. Sie ließ alles hinter sich. Sie ging durch Türen, die nur sie kannte. Sie nahm Wege zurück, die nur sie kannte.

Sie lief zurück, zurück, zurück!

Sie kam an einen Fluß und folgte ihm. Dieser Fluß konnte auch mal über die Ufer treten. Sie sah Menschen, die versuchten ihn einzudämmen und Brücken zu bauen. Doch folgte er seinen eigenen Gesetzen.

Dann saß sie in wilder Fahrt in einem Gefährt. Die Große Anna saß am Steuer und rasste über die Straßen.

Sie kannte die Wege hier und sagte ihr, sie müsse vorsichtiger fahren. Die Große Anna lachte sie an und in wilder Fahrt ging es weiter. Sie saß hinter ihr und hinter ihr, saß ihr Bräutigam, der wilde Mann und sie erkannte ihn.

Blaue Feder erwachte aus dem Traum. Die Große Anna kam ihr bekannt vor. Hatte sie nicht zu Beginn des Jahres im Traum eine Heilerin aufgesucht mit eben diesem Namen? Und während sie über Anna nachdachte, hörte sie es summen, ein Summen und Brummen wie es zum Sommer gehörte. Leichtigkeit und Unbeschwertheit umfingen sie.

Die Hummel saß noch auf ihrem Holunderstab. Daneben stand ein Topf, in den hatte Blaue Feder Samen von der Engelwurz gepflanzt und sie sah, die Samen waren aufgegangen. Kleine Pflanzen waren schon zu sehen.

Das war doch nicht möglich? Die Hummel flog fort und Blaue Feder hörte sie summen und brummmen. Eine Hummel mit ihren kleinen Flügeln und ihrem großen Körper könnte nach aerodynamischen Gesetzen auch nicht fliegen. Da sie dies nicht weiß, tut sie es laut brummend doch.

Ein Wunder also. Die Engelwurz war ein Kaltkeimer und hätte wohl nicht wachsen können. Ein Wunder also.

Die Erdhummel erzählte also von den Wundern. Welche Wunder hatte dieser Sommer wohl noch im Gepäck? In wilder Fahrt nähern wir uns der Hoch-Zeit, der Sommersonnenwende.

Blaue Feder wünscht Dir eine wunder-volle Zeit!

2 Kommentare zu „Die Hoch-Zeit

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