Die Mondin war in den Schützen weitergewandert. Bald traf sie sich mit der Sonne und zusammen feierten sie den Neubeginn. Die Türkentaube kam in den Garten und pickte die heruntergefallenen Körner auf. Taiga machte zwischendurch ein wenig Yoga, bevor sie sich einmal im Kreis drehte und wieder hinlegte.


Gestern trafen sich die West-Art-Künstler in der Museumsinsel Lüttenheid in Heide und wurden mit offenen Armen von der Museumsleiterin begrüßt. Nun stand es fest, die elf Künstler der West-Art hatten eine Herberge für ihre erste Ausstellung gefunden. Am 11.02.2026 würde die Vernisage sein und zwei Wochen durfte ihr Drache durch das Museum fliegen. Es gab genug Balken, an denen sie ihn aufhängen konnte.


Es passte alles wunderbar, gab es neun Wände für neun Künstler mit Bildern und drei Künstler hatten freistehende Objekte. Gerne hätte sie ihr Drachen-Buch um das Geheimnis der dreizehn Schlüssel fertig zur Ausstellung, doch bis Februar schaffte sie es wohl nicht. Vielleicht war es zu ihrer Hof-Ausstellung im September fertig.
Im Garten der Schwalbenhof-Bewohner war damals eine fremde Schönheit erblüht. Vermutlich waren ihre Samen in einer Wildblumenmischung gewesen für die Bienen und diese mochten sie gerne. Malven wuchsen viele in ihrem Garten, doch diese war ihr fremd. Blaue Feder freute sich über die Mauretanische Malve, die ihren Weg zu ihr gefunden hatte und begrüßte sie. Sie war eine Weitgereiste, kam sie ursprünglich aus dem Süden. Von da an gehörte sie dazu, war eine, die jedes Jahr in ihrem Garten blühte. Sich ihrem Wesen zu nähern, malte sie die Fremde.

Und sie erzählte ihr vom Fremd-Sein – sich fremd fühlen. Das war Blaue Feder gar nicht so fremd. Sie hatte sich oft in ihrem Leben fremd gefühlt. Wer kennt dieses Gefühl nicht?
Die Mauretanische Malve gehörte zu den wilden Maven und ihr wurden viele Name gegeben wie Algier-Malve, Bettnässer, Eibisch, Feldmalve, Hasenpappel, Johannispappel, Große Käsepappel, Katzenkäse, Mohrenmalve, Pappelblume, Pissblume, Rossmalve, Roßpappel, Schwellkraut, Stockrose, Waldmalve und eben Wilde Malve. Allein ihre Namen verrieten viel über ihre Medizin-Gaben – genau wie unser eigener Name viel über uns verrät.

Auf der Diele hatte Blaue Feder wieder die Krippenfiguren von Oma Anni aufgebaut. Sie und ihre Freundinnen liefen auf dem Bild, welches Brauner Bär gemalt hatte, durch die Lüneburger Heide. Diesmal stand ein großer Engel mit auf der Truhe. Blaue Feder hatte ihn auf dem Adventsmarkt bei der Treibholz-Künstlerin Gitten Tollning im Dörpshus erstanden. Dort hatten auch draußen vor Tür die zauberhaften Licht-Herbergen der Töpferin des Dorfes Susanne Ehmling gestanden.

Maria und Josef wagten vor 2000 Jahren den Aufbruch nach Betlehem. Zu reisen bedeutete damals viel Beschwerlichkeit und es lauerten Gefahren am Wegesrand. Sie wurden abgewiesen und Türen vor ihrer Nase verschlossen. Sie wurden ausgestoßen und allein gelassen, weil sie Fremde waren. Und trotzdem hinterließen die beiden göttliche Fußabdrücke – die auch wir immer dann hinterlassen, wenn wir uns nicht von den Hindernissen vor uns abhalten lassen, sondern der Verheißung unserer Seele folgen. Schritt für Schritt. Über Stock und Stein. Wir kommen vielleicht langsam voran, aber unser Herz weiß genau um die Richtigkeit des Weges, dass es keine Option wäre, umzukehren.
Jedem, der oder die sich auf diesen Weg begibt und sein Zuhause verlässt, wird bald bewusst, dass es auf der Reise eine besondere Art der Herberge braucht – eine die nicht an ein Gebäude gebunden ist, sondern in der wir jederzeit Schutz finden können. Diese Herberge ist für Menschen auf dem Weg immer das Innere – die Seele.

Schließlich fand die Geburt des Christuskindes in einem Stall statt – einer zugigen und unstabilen Behausung, die wenig Sicherheit bot. Es gab keine Tür zum Abschließen, kein „Das ist meins“. Der Stall war ein Zeichen dafür, dass die harte Abgrenzung weg fallen darf. Durch die Auflösung der starren Form werden wir aufnahmebereit für das Fremde – wie neu geboren.

Grad wurde der Tag neugeboren und vielleicht war es ein Tag, um die Türen und Herzen für die Menschen zu öffnen, die bei uns anklopfen, um Unterkunft zu finden. Oder einfach ein offenes Ohr zu haben, das zuhört, ohne zu urteilen. Durchlässig zu sein und eine Herberge des Lichts.
Das achtzehnte Ei war gelegt!
moin moin liebe susanne!
freut mich sehr für dich und deinen drachen, daß er bald in diesen schönen räumlichkeiten fliegen darf. wo er doch sooo ein schöner drache ist!
have a nice day!
aljoschanische morgengrüße…
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