Der Himmel über dem Tal der BroklandSau sah imposant aus, türmten sich große Wolkenberge übereinander. Mit ihrer Blasen-Geschichte flossen viele Tränen ins Land. Schon als Kind und als junge Frau hatte Blaue Feder oft Blasen-Entzündungen. In der chinesischen Medizin wurde die Blase als Spiegel der Seele betrachtet. Blaue Feder fand es spannend, dass sie gerade jetzt, wo sie sich mit ihrem ersten Buch zeigen wollte, wieder Probleme mit der Blase bekam. Als Kind hatte sie sich furchtbar einsam gefühlt, völlig überfordert in einer Welt, die einem sensiblen Geschöpf, wie sie es war, einiges abforderte.
Doch war sie kein Kind mehr und auch, wenn sie oft allein vor sich hin werkelte, spürte sie, es gab ein Netz im Hintergrund, welches sie trug. Die Großen Weberinnen erinnerten sie. Sie musste nicht mehr alles allein bewältigen und wenn sie um Hilfe bat, wurde ihr geholfen. Ob sie die Hilfe erkannte, stand auf einem anderen Blatt.

Zunächst einmal erzählte sie ihrem Zimt-Bären nach einer durchweinten Nacht, wie ohnmächtig sie sich gerade fühlte und sie am liebsten ‚Alles‚ abblasen wollte. Und so schauten sie sich beim Frühstück in Ruhe ‚Alles‚ an. Brauner Bär riet ihr, ihr Buch drei Tage beiseite zu legen und wenn sie wieder Lust bekam, sich noch einmal dranzusetzen. Spannend fand sie, dass gerade er, der nicht einmal ihre Geschichten las, ihr riet, so kurz vor dem Ziel nicht aufzugeben und sie erinnerte, dass sie für die Ausstellung noch eine Geschichte schreiben wollte. Und rein praktisch gesehen, gab es in Nordhastedt im Ausstellungsraum eine Toilette. War es vielleicht ihre Angst, sich in ihrer Verletzlichkeit zu zeigen? War es einfacher, sich zurückzuziehen oder überging sie ihr Bedürfnis nach Ruhe? Blaue Feder wusste, dass viele Frauen nach den Wechseljahren mit der Scham ihrer Inkontinenz zu kämpfen hatten. Und nicht nur die Frauen waren betroffen, ebenso die Männer mit ihren Prostata-Geschichten. Ihr älterer Bruder in Irland hatte gerade ähnliche Probleme wie sie selbst.
Um mal auf andere Gedanken zu kommen, fuhren sie nach Büdelsdorf und schauten sich im Eisenkunstguß-Museum, gleich gegenüber von der NordArt, eine Ausstellung an.

Und sie waren begeistert von den Draht-Wesen von Kendra Haste. Blaue Feder schaute den wilden Tieren in die Augen und ein Satz formulierte sich ihr:





Born to be wild!
Es war ein Kapitel in ihrem Buch ‚Das Haus der drei Farben‚. Im Grunde handelte ihr gesamtes Buch von einem Roadtrip auf dem WILD Atlantic Way.
Sie begegnete wieder dem Seeadler, mit breit ausgebreiteten Flügeln den Raum einnehmend und sie schaute sich gegenseitig in die Seele. Mit ihm konnte sie ein wenig Abstand nehmen.


In den Ausstellungsräumen wurde ein Film über die Künstlerin gezeigt. Es war ihr ein Anliegen mit ihrer Ausstellung die Einstellung zu den Tieren zu erforschen, insbesondere zu den Themen Rewilding, Naturschutz und Artenvielfalt. Der Titel der Ausstellung BIG Bad Wolf nahm Bezug auf die schlechte Presse, die die Wölfe im Allgemeinen bekamen. Kendra Haste stellte ihre Tiere in Lebensgröße dar, kraftvoll und raumfordernd.
Der Innenhof des Museums war zauberhaft. Dort saß Blaue Feder lange am Brunnen bei den Graureihern unter einem wunderbaren Gingko und schaute den Wölfen in die Augen. Ihr wurde klar, aufgeben war keine Option und die Tiere gaben ihr die Kraft, sich innerlich wieder aufzurichten.




Am liebsten wäre sie dort in dem Museum geblieben. Das Museum und die Tiere aus Hasendraht hüllten sie in eine wundervolle Atmosphäre. Beglückt und mit neuen Plänen, vielleicht einmal zusammen einen Schweißkurs zu machen, verließen sie dann doch das Museum. Hinterher saßen sie in einem türkischen Kaffee. Blaue Feder trank einen feinen Pfefferminztee. Auf ihrer Tasse lachte sie ein Kolibiri an und sie fühlte sich leicht und beschwingt.
Blaue Feder wurde bewusst, wie jede Ausstellung, die sie besuchte, ob klein oder groß, etwas in ihrer Seele berührte. Vielleicht würden auch ihre Ausstellungen etwas bei den Besuchern berühren und sie wusste, es würden die Besucher kommen, die kommen wollten und sollten. Außerdem war sie bei beiden Ausstellungen nicht allein und konnte für Pausen sorgen. Ihre Bilder sprachen auch für sich allein.
Es meldete sich auch eine ältere wilde Frau bei ihr und gab ihr ordentlich Rückenwind. Kirsten Armbruster war eine der Pionierinnen in der Matriarchatsforschung. Die Frauen hatten sich bereits im Juni kennengelernt. Über längere Zeit waren sie mit ihren Blogs verbandelt. Kirsten mochte ihre Geschichten und Blaue Feder hatte ein Buch von ihr auf dem Nachtisch liegen ‚Mit Hagazussa durch das Jahr‚. Sie hatte viele Bücher veröffentlicht, wie die Muschelweg-Bücher, ‚Gott die MUTTER‘ und ‚Mütterarmut‘. Sie gab ihr viele Tipps, was die Blasenentzündung anging und wehte ihr noch einmal ordentlich Wind unter ihre Schmetterlingsflügel. Als Blaue Feder den Telefonhörer auflegte, weinte sie, war sie sehr berührt von der Fürsorge ihrer älteren Schwester.
Vermutlich waren es die Wölfe und die wilde Frau, die sie wieder an La Mariposa, die Schmetterlingsfrau, erinnerten.
Clarissa Pinkola Estés schrieb in ihrem Kapitel : ‚Vom wilden Fleisch‚ – ‚In Märchen und Mythen werden die Herzen der Menschen auf die Probe gestellt. Das Göttliche taucht sowohl in Königsgewändern wie in Lumpen auf, in Fischhäuten und mit Klumpfuß. Es zeigt sich als rosiges Kleinkind und als ausgemergelte Alte, als ein Mann ohne Stimme und als sprechendes Tier. So wird das Herz geprüft, um zu sehen, ob es gelernt hat, die zauberische Verwandlungskraft der Seele hinter all ihren Erscheinungsformen zu erkennen.‘
Gestern schauten Brauner Bär und sie einen Film von drei Menschen mit Behinderung, die einen Roadtrip ins Leben unternahmen:
‚Come as you are‚.
Das war ein gutes Motto für ihre Ausstellungen.
Vorhin brachten der Zimt-Bär und sie ihre Kunstwerke in das Kreishaus für die Große Werkschau. Dort waren alle Künstler mit einem Werk vertreten, die beim Kunstgriff teilnahmen. Blaue Feder hatte ein kleines Textil-Bild ausgesucht. Sie hatte einfach alle Bilder, die in Frage kamen, auf Zettel geschrieben und eines ausgelost.

Das Los viel auf den Seerosenkarpfen und sie wunderte sich. Aber sie ging mit dem, was ihr angeboten wurde. An das Bild hängte sie ein kleines Buch mit seiner Geschichte. Dann kam ihr noch die Idee mit dem QR-Code. Also lernte sie nebenbei auch noch, wie sie einen QR-Code erstellen konnte – Frau lernt ja nie aus.

Den QR-Code hängte sie neben das Bild und wer mochte, konnte sich die Geschichte vorlesen lassen. Zur Not konnte sie das in Nordhastedt auch machen.
Wer sehen möchte, welches Bild Brauner Bär ausstellte und all die anderen Künstler des Kunstgriffs, kann am 12.09.2025 um 19 Uhr zur Eröffnung des Kunstgriffs ins Kreishaus nach Heide kommen. Die Große Werkschau ist die gesamte Zeit des Kunstgriffs zu sehen, sprich vom 12. bis 28 September.
Dieses Wochenende würde sich die volle Luna als Blutmond mit einer totalen Finsternis am Himmel zeigen. In der Dunkelheit verstärkt sich unsere Sensibilität. Blaue Feder ging in Stille Schritt für Schritt achtsam weiter mit ihren Themen, lauschte nach Innen, trank ihren rosa-roten Klee-Tee und ein anderes rosarotes Getränk, welches ihr empfohlen worden waren, nach dem Motto: Rosa heilt!
Und sie trank viel und schwemmte die alten Themen aus ihrem Körper. Ihr war bewusst, dass die Heilung ihrer persönlichen Themen eine Auswirkung auf das kollektive Feld hatte. Sie hatte den Eindruck, die Samen für die neue Welt wurden in eine neue Erde gelegt, deren Frequenz eine andere war. Samen, die vor langer Zeit gesät wurden, würden sich jetzt öffnen. Dabei ging es weniger darum, Dinge mit Willenskraft zu forcieren, als um ein liebvolles Erlauben; sich dafür öffnen und geschehen lassen. Denn was diese Samen am Ende wirklich nährt, war ihr Vertrauen in die Schöpfungskraft, ihre Liebe und auch liebevolle Aufmerksamkeit und Geduld. Es ging mehr darum, die Dinge liebevoll wachsen zu lassen, eingebettet in ein tiefes Vertrauen, dass ihre Seele ihr die Spiegel vor die Nase hielt, die ihr Herz öffneten und weiteten.

Und Wild zu sein, konnte für jede und jeden eine andere Bedeutung haben.
schönes foto von der kreuzspinne!
guten morgen liebe susanne!
und dankeschön für´s mitnehmen in die tolle ausstellung von kendra haste. ihre arbeiten gefallen mir gut.
feinen tag heute für dich – und weiterhin gutes gesunden.
aljoscha
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