‚more than stone‘

Wieder daheim lachten sie überall auf ihren Wegen die Fliegenpilze an – kleine, große, dicke und dünne.

Im Atelier lud sie die 13. Fee ein. Es schien ihr, als trüge diese die Glut eines Feuers in ihren Säcken. Plötzlich war es vorbei mit der Ruhe.

In epischer Breite hatte sie begonnen von ihrer Wien-Reise zu erzählen, um dann zu merken, grad war etwas anderes dran. So drückte sie geschwind die Reset-Taste – da staunte sogar die Maus.

Vielleicht konnte sie die Essenz der Reise kurz zusammenfassen. Die Venus war sehr präsent auf ihrer Reise war. War es verwunderlich, befanden wir uns im Monat der Waage, in der die Venus heimisch war und wo sie uns unterstützt ins Gleichgewicht zurückzukehren.

Am zweiten Tag ihrer Reise besuchten sie das Naturwissenschaftliche Museum. Ob Brauner Bär gewusst hatte, wen sie dort treffen würden? Vorfreude machte sich in ihrem Herzen breit.

Überall in der Ausstellung begegnete ihr die Venus in ihren vielen wundersamen Ausdrucksformen. Das Museum beherbergt bummelig 30 Millionen Sammlungsobjekte. Sie versuchte sich zu fokussieren und an kleinen Dingen zu erfreuen.

Ziemlich zum Schluss, in einem kleinen dunklen Raum, begegnete sie ihr – der Venus von Willendorf.

Alleine standen sie sich gegenüber und erfreuten sich aneinander. Eine Venus, so schön und rund, wie die andere. Ein schöner zeitloser Moment – was sind schon 29.500 Jahre. Sie war wirklich mehr als ein Stein. Sie strahlte Ruhe und Präsenz aus, die Blaue Feder Kraft gab.

Am letzten Tag ihrer Reise besuchten sie noch eine Ausstellung im Mumok, im Ludwig Museum für moderne Kunst zum Thema:

Das Tier in dir

Hier begegnete sie einem Werk von Gudrun Kampl, das sie begeisterte. Gudrun Kampl war einst eine Schülerin von Maria Lassnig, die Blaue Feder sehr verehrt hatte und an deren Grab, sie die Tage auf dem Zentralfriedhof in Wien gestanden hatte.

Irgendwie hatte sie gehofft auf dem Zentralfriedhof einen Fuchs zu treffen. Stattdessen begegneten sie einem Rehbock, einer Ricke und einem Marder.

Am Abend, sagte Brauner Bär zu Blaue Feder, die eine gute Fährtenleserin war und mal wieder den Weg in der Großen Stadt gefunden hatte: ‚Du Fuchs!‘ Da wurde ihr klar, warum sie nie einem Fuchs begegnete, war sie wohl selbst die Füchsin und mit ihrem silbernen Haar, wohl eine Silberfüchsin.

Der Mantel der Diana beindruckte sie tief, wie auch das weitere Schaffen dieser Textil-Künstlerin.

Sie erinnerte sich an ihren Traum mit den Fünfsternen am Apfelbaum. Dem Stern der Freude, dem sie folgen wollte. Momentan war die Freude gerade wieder etwas in den Hintergrund getreten, hatte sie den Eindruck, fand noch einmal Heilungsarbeit in der Tiefe statt. Sie hatte viele Träume, in denen es um den Missbrauch von Kindern, von Frauen, von Tieren und der Natur ging. Oft erschien eine Grüne Frau in ihren Träumen und löste einen alten Schmerz auf. Es war ein tiefer Loslösungsprozess, den sie einfach nur wahrnahm und manchmal mit Tränen begleitete.

Sie hatte die Tage nach Wien schon ein paar Tage wieder gearbeitet und spürte, es war nun an der Zeit zu handeln – den Sprung zu wagen. Es war an der Zeit aufzustehen und sich für das einzusetzen, was sie anders in ihrem Leben haben wollte, für das, was ihrem Herzen entsprach.

-Wer, denn sie, konnte etwas in ihrem Leben ändern?

Davon erzählte ihr der Fünfstern, erzählte ihr die Venus, erzählte ihre Seele.

In allen Reisen, ob äußeren oder inneren, war ihr klar geworden, sie wollte der Kunst wieder mehr Raum geben. Das war es, was sie mit ihren Händen von Herzen zu geben hatte. So musste sie nun weise handeln, damit sie nicht noch einmal eine Runde in einem Job drehte, den sie nicht mehr wollte. Der Vorstand ihrer Stiftung war grundsätzlich einverstanden mit der Umsetzung ihres Vorschlages. Sie musste nur noch eine Kostenkalkulation einreichen.

Aus Wien war sie mit einem neuen Hut heimgekehrt, aus einem Secondhand-Laden für 8,- €. Sie hatte viele Inspirationen in ihrem neuen Hut in Wien gesammelt. Nun brauchte es den Raum und die Zeit diese umzusetzen. Deshalb zog sie sich hier etwas zurück, um in Ruhe alles auf ihren Herzensweg zu bringen, damit sie im kommenden Jahr Zeit und Raum für die Kunst hatte.

Sie spürte bei aller Erschöpfung, die das Jahr mit sich brachte, noch einmal einen Kraftschub. Vielleicht war es der uralte Stein, der ihr Kraft schenkte, der eben mehr war, als nur ein Stein.

5 Kommentare zu „‚more than stone‘

  1. Liebe Susanne, Danke für diesen Beitrag aus Deinem Herzen…und die so inspirierenden Bilder!! Herzlich grüßt aus Fischerhude die alte Tagträumerin…

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  2. Liebe Susanne, Danke für diesen Beitrag aus Deinem Herzen und die so inspirierenden Bilder!!Was hast Du da alles sehen können auf Deiner Wienreise…Herzlich grüsst aus Fischerhude die alte Tagträumerin

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    1. Guten Morgen, liebe Sigrid, ja, Wien war sehr inspirierend. Ich lauf jetzt mal ne Runde ins Moor. Die Woche war sehr anstrengend. Muss mal ganz tief durchatmen. Wünsche Dir einen schönen Tag. Bis bald, Susanne

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  3. Hallo meine liebe Silberfüchsin 💙 danke für die Geschichte und die tiefen Wahrheiten, ich nehme davon auch etwas für mich mit… du folgst deine Bestimmung und ich bin fest davon überzeugt, dass du diesen Weg (zu dir selbst) stetig weiter gehen wirst… fühle dich liebevoll umärmelt. Anja

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