Eine Zauberfeder

In der Großen Stadt lag plötzlich eine metallisch-glänzende, blau-grüne Feder vor ihren Füßen und sie wusste sofort, es war eine Zauberfeder. Sie legte sie auf ihre Fensterbank und wurde nun jeden Morgen von einer Elster begrüßt, ob in Ostrohe in ihrem Garten oder in der Großen Stadt in der Lindenallee im Griese-Weg.

Die Elster erinnerte sie an den Wunderbaum an der BroklandSau. In Marne stand das Bildnis einer Elster und erinnerte an die alte Sage vom ‚Groet wonderlich Boem‚, die von der Befreiung des Landes erzählte.

Die Nacht war dunkel, weil die neue Mondin sich einstimmte auf ihren Auftritt. Allein die Igel tanzten im Garten lautschnaufend ihren Liebestanz.

Blaue Feder hatte eine Lösung für sich gefunden.

Taiga wunderte sich, Blaue Feder an diesem Tag zuhause anzutreffen. Blaue Feder wunderte sich auch. Es war ihr, als probierte sie aus, wie es schmecken würde, diesen Tag zusätzlich frei zu haben und es fühlte sich gut an, an diesem Tag in ihrem Dorf aufzuwachen.

Im Schein der Morgen-Kerze schaute sie sich ihr Geschichten-Heil-Haus an und der fünfte Raum, war der größte Raum.

Er stand unter dem Motto: ‚Hol Deine Schäfchen ins Trockene.‘

Heute würden sich Mond und Sonne im Löwen küssen, wie die Igel in der Nacht – und zwar direkt auf ihrem MC. Der MC in unserem Horoskop zeigt an, wohin wir gehen möchten; wozu wir uns berufen fühlen. Er stand bei der Blauen Feder im Löwen und deswegen entschied sie sich die Tage, dem Weg ihres Herzens zu folgen. Sie würde der Kunst mehr Raum geben und ihrem Brot-Job einen kleineren Raum anbieten.

Haus des Brotes

Am Morgen schaute sie sich ihr neues Wohnzimmer an. Sie hatten es mit alten Möbeln neu eingerichtet. Vieles hatten sie aussortiert, was sie nicht mehr brauchten und ein Teil hatten sie sich neu gegönnt. Das tanzende Birkenmädchen hatte seinen Platz gefunden, neben einem Winterbild der Dorfeiche von Brauner Bär.

Wie mit dem Wohnzimmer, wollte sie auch mit ihrem Brot-Job verfahren. Sie würde das verantwortungsschwere Zahlen-Werk abgeben. Als junge Frau wurde ihr nachgesagt, sie könne nicht mit Geld umgehen. Sie hatte die letzten 20 Jahren bewiesen, sie konnte es – auf eine sehr kreative Art und Weise und zur Zufriedenheit aller. So konnten in ihrer gemeinnützigen Stiftung stets alle Projekte umgesetzt werden. – Nun konnte sie wohl aufhören, sich zu beweisen.

Sie würde sich weiter um die Belange der Menschen kümmern, denn das mochte sie – lauschte sie gerne ihren Geschichten. Den größeren Raum wollte sie mit Dingen füllen, die sie selbst inspirierten und die ihr Freude bereiteten. So folgte sie dem Weg ihres Herzens, in einer unsicheren Zeit und verabschiedete sich von einer vermeindlichen Sicherheit – denn Geld alleine machte sie nicht glücklich. Die Balance verschob sich. Wenn sie auch ihre Rente dahinschrumpfen sah, fühlte sie sich wie befreit.

Hatte sie vorher dem Brot-Job vier Tage geschenkt und drei Tage für sich gehabt, gab sie jetzt dem Brot-Job drei Tage und schenkte sich selbst vier Tage. Vielleicht war das keine große Veränderung, aber es fühlte sich groß-artig an und manchmal bewirken kleine Veränderungen Großes.

Der Buntspecht kam zur Futterstelle in der Walnuss und freute sich mit ihr. Die Blaumeisen tuschelten: ‚Sie hat es! Sie hat es!‘ Der Kernbeißer gratulierte ihr zum Finden des Kernes. Der Grünspecht flog laut tosend um den Schwalbenhof. Es war ihr, als würden sich alle Vögel sich mit ihr freuen. – Nun, sie werden auch davon profitieren, wenn die Blaue Feder in der Zukunft mehr auf dem Hof war und sie dann mehr Futter bekamen.

Blaue Feder ging hinaus in den Hof. Die Sonne schien wieder und es lag ein besonders frischer Duft in der Luft.

Endlich gab sie den alten Hut ab. Sie hatte ihre Zeit gebraucht, die Lösung zu finden, die sich für sie stimmig anfühlte. Nun fühlte es sich leichter an, wie ihr Wohnzimmer. Vieles hatten sie aussortiert und im ehemaligen Pferdestall sammelten sich wieder die Flohmarkt-Sachen für den Flohmarkt im kommenden Jahr.

In der Großen Stadt war ihr aufgefallen, dass die Menschen sie wieder anlächelten. Vielleicht lag es auch daran, dass sie selbst wieder mehr lächelte.

6 Kommentare zu „Eine Zauberfeder

    1. Moin liebe Sigrid, das war eine etwas längere Geburt und umsetzen kann ich es erst nächstes Jahr, aber es fühlt sich schon mal gut an. Heute muss ich nun doch noch ein wenig ‚brot-jobben‘. Ich schaue mir Deine neuen Werke morgen in Ruhe an. Hattest Du ein schönes Fest? Liebste Grüße, Susanne

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  1. Da freue ich mich mit dir, liebe Susanne und ja, ich gratuliere dir von ganzem Herzen für diesen Schritt… DANKE für deinen schönen Beitrag!

    Auch ich kenne diese Art von Geburt – wenn auf einen ganz andere Art und Weise… Keinen Tag habe ich es bereut, mich vorzeitig von meinen „Brot-Job“ zu verabschieden…

    Sei gegrüßt in herzlicher Verbundenheit…
    Alles LIEBE,
    Elke

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    1. Danke für die Mitfreude, liebe Elke – ich war etwas zögerlich, weil wir noch fünf Jahre unseren Hof abzahlen müssen. Mit 63 möchte ich dann auch ganz in Rente gehen und wer weiß, was sich in der Zwischenzeit in dem freigewordenen Raum tut. Wie hast Du denn den Übergang gemeistert? Herzensgrüße, Susanne

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      1. Da hatte ich wohl einen „Extra-Bonus“ liebe Susanne… Auch wir hatten zu der Zeit noch 5 Jahre unser Haus abzuzahlen. Aufgehört habe ich mit 59 Jahren und bin dann ebenfalls wie du es vorhast ab 63 in die offizielle Rente – mit den entsprechenden Abzügen – gegangen…

        Der „Extra-Bonus“, der uns für die monatlichen Abzahlungen zur Verfügung stand, wahrlich ein großes Geschenk, das vom Nachlass meiner Mama vorhanden war…

        Unsere Ansprüche, die wir an das Leben – jedenfalls in finanzieller Hinsicht stellen – halten sich in überschaubaren Grenzen…

        So war das monatliche Einkommen von meinem lieben Mann für die 4 Jahre ausreichend für uns beide… Wäre ich damals zum Arbeitsamt gegangen, hätte ich von einem auf den anderen Tag wieder eine neue Arbeit…

        In der Tat haben wir in der Zeit keine „großen Sprünge“ machen können… doch das war uns nicht wichtig… sah ich tagtäglich die Patienten vor mir mit teilweise Bergen von Medikamenten… nein, das wollte ich wahrlich nicht…

        ZEIT ist nicht mit Geld zu bezahlen… Und es ist ja letztlich ein Geschenk für uns SELBST…

        Meine Worte damals waren… Voller VERTRAUEN in das Ungewisse zu gehen… ich hatte keinerlei Ahnung WAS da auf mich zu kommt, geschweige denn was ich machen möchte… ich wusste jedoch SO wie bisher könne es nicht weitergehen…

        Und wie heißt es so schön, schließt sich eine Tür, öffnet sich dafür eine neue… Es ergab sich alles Schritt für Schritt…

        Liebe Susanne, sei voller Zuversicht und Vertrauen… du hast so wundervolle Kunst Projekte… schenkst sowohl dir als auch so vielen Menschen damit solch große FREUDE…

        Ich glaube, genau in diese Richtung wird sich die Neue Zeit für uns Menschen auch weiterentwickeln… FREUDE schenken mit dem was einem SELBST am meisten Freude bereitet… und davon auch LEBEN zu können…

        Weißt du, wie seeeehr ich es genieße – gefühlt das erste Mal in meinem Leben – meinen eigenen Dienstplan zu schreiben???

        Als ich damals den Entschluss gefasst habe zu gehen, liebe Susanne… es war schon spannend… ja und auch nicht immer lustig… da kamen dann gleich noch genügend Innere Heilungs-Aufgaben auf mich zu… Das liebe Ego meldete sich… nach dem Motto… du kannst doch nicht, du darfst doch nicht… und und und… falls du magst…

        .https://lebenalsmensch.wordpress.com/2021/04/20/bedingunslose-liebe-der-kleine-rebell/

        So… das war jetzt ja ein seeehr langer Kommentar… falls du ihn nicht passend findest auf deiner Blog-Seite… na, dann einfach „w wie weg“ damit!

        Sei also voller Zuversicht, was deine Entscheidung betrifft, liebe Susanne… man/frau geht solange mit einer Entscheidung schwanger sage ich gerne, bis sie sich dann scheinbar wie von SELBST trifft…

        Na dann du Liebe… Auf eine neue Entdeckungsreise!

        Sei ganz herzlich gegrüßt,
        Elke

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      2. FREUDE schenken mit dem, was einem SELBST am meisten Freude bereitet – dem muß ich nichts mehr hinzufügen. Vielen Dank für Deine lieben Worte. Ich finde es immer spannend, sich auszutauschen. Witzig, mit den ebenfalls ‚Fünf Jahren‘ und anderen Paralellen. Herzensgrüße, Susanne

        Gefällt 1 Person

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