Ein Sommermorgen

Zwei Wiesel huschten über den Weg, als Blaue Feder an einem Sommermorgen ins Moor kam. Sie hatten es eilig von A nach B zu kommen.

Zwei Taubenhaucher-Feen schwammen auf dem Großen Mondsee. Blaue Feder tauchte noch einmal in den Traum ihrer Nacht.

Sie war in ihrem Kinderzimmer. Es war dunkel. An der Wand hing ein großes Hirschgweih. Ein Arzt oder Heiler hatte seine Praxis in ihrem Kinderzimmer eingerichtet. Er behandelte gerade eine ältere Frau.

Ihre Freundin, Liebevolles Herz, saß draußen im Hof und sonnte sich. Sie war eingeschlafen und Blaue Feder sagte ihr, sie könne sich auch eine Liege nehmen, das wäre doch gemütlicher.

Dann wurde ihr bewusst, es war 11:40 und ihr Flug wäre um 11:11 abgeflogen. Sie machte wohl in Hannover eine Therapie-Ausbildung und war nur kurz nach Hause geflogen. Um 17 Uhr musste sie zurück sein. Sie suchte ihre sieben Sachen zusammen. Im Koffer waren lauter dreckige Socken. Sie schmiß einfach ein paar Sachen zusammen und raste los zum Flughafen. Dann war sie auf einem Deck, da gab es zwei Alte Frauen. Was die Eine nicht konnte, das konnte die Andere. Die alten Weisen erzählten ihr alles mögliche, aber nicht, wie sie zum Flugschalter kam. Sie hatten die Ruhe weg und lächelten.

Blaue Feder war verzweifelt. Sie kam zu einem Schalter, aber der sah mehr aus wie ein Lotto-Laden. Wieder saß eine Alte hinterm Schalter und lächelte Blaue Feder an. Sie weinte bitterlich und sagte wenn sie um 17 Uhr nicht in Hannover wäre, sie ihren Schein nicht bekommen würde. Die Alte lächelte und Blaue Feder fragte sich langsam:

‚Brauche ich wirklich noch einen Schein? ‚

Dann wechselte die Szenerie und Blaue Feder war am Meer. Sie versuchte trockenen Fußes über ein paar Baumstämme ans Ufer zu balancieren und es gelang ihr. Dann saß sie in einem Familien-Kreis. Es war eine liebevolle Athmossphäre. Die Mutter sprach, Blaue Feder hätte Blümchen-Sex mit ihrem Sohn gehabt. Sie schaute an sich herunter, aber sie konnte sich nicht erinnern. Der Sohn rezitierte ein Gedicht und Blaue Feder sprach es nach. Wie war noch gleich das Gedicht?

Ein Schmetterling machte auf sich aufmerksam. Wie war noch gleich sein Name?

Ein weißer Falter kam geflogen und führte sie zu den Drachenfliegen am Teichmummelsee.

Blaue Feder ging weiter und sie hatte den Eindruck ein Schmetterling nach dem anderen, wies ihr den Weg.

Admiral

Sie sah den Trauerseeschwalben zu, beim Füttern ihrer Küken zu.

Sie hörte zwei Stöche klappern. Dann flogen sie über sie hinweg. Wie groß sie waren. Vielleicht kündigten sie die Geburt etwas Neuem an.

Blaue Feder ließ sich weiter von Schmetterlingen und Schwärmern führen. Sie kannte ihre Namen nicht, aber das konnte sich ja ändern.

Braunkolbiger Dickkopfkolbenfalter

Auf dem Beckwischweg der alte Weiden turtelten zwei Schwarzkehlchen miteinander.

Kibitze trällerten ihr Lied von der Freiheit.

Im Dorf war die finnische Fahne gehisst und Blaue Feder erinnerte sich an helle finnische Sommernächte. Sie erinnerte sich an das wilde Sommermädchen, das barfuß durch Birkenwälder tanzte und die Zeit vergaß. Leichtfüßig hüpfte sie von Schmetterling zu Schmetterling.

Blaue Feder setzte sich unter die alte Dorfeiche und ihr fiel das Gedicht wieder wieder ein.

Alles kommt zu seiner Zeit

Eile mit Weile

Achte auf die Schmetterlinge am Wegesrand

Sie weisen Dir den Weg

Hörst Du ihre Flügel schlagen

Es ist das Lächeln Deiner Seele

Tauche in die Leichtigkeit

Eines Sommermorgens

4 Kommentare zu „Ein Sommermorgen

    1. Liebe Malin, da darf wohl ein altes Kindheitsthema Heilung finden. Wenn ich nur genug mache, wird alles gut. Spannend fand ich den ‚Blümchensex‘ als Lösungsweg. Da ist wohl die Leichtigkeit der Poesie gefragt. Genieße die die wilden Sommernächte. Liebe Grüße, Susanne

      Gefällt 1 Person

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