Ein bunter Blumengarten

Im Garten gurrten am Morgen die Ringeltauben. Die Stieglitze kamen jetzt wieder öfters zu Besuch. Taiga wurde munterer, turnte wieder mehr im Garten herum und ihnen ging es ähnlich.

Weit gehen musste Blaue Feder nicht, da lachte sie schon der erste Stuhl zum Verweilen an. Es war ein alter Holzstuhl in ihrem Garten, der schon bessere Zeiten gesehen hatte. Bald würde sein morsches Holz wohl zusammenbrechen, aber noch trug er sie. Sie setzte sich in die Sonne in ihren Garten. Ihr gegenüber war eine Kuhschelle erblüht und sie erinerte sich, wie sie sich genau vor einem Jahr mit einer Küchenschelle unterhalten hatte.

https://blauefeder.home.blog/2021/04/12/eine-unterhaltung-mit-der-kuchenschelle/

Dann schloss sie die Augen und schaute in ihr Herz. In ihrem Herzen sah sie einen Garten, in dem erblühten bunte Blumen und sie sah die Elfen und die Zwerge im Garten mit ihr zusammen werkeln.

Das war ein schönes Bild und entsprach ihrem Wunsch noch enger mit den Naturgeistern zusammen zu wirken. Ihre Tante, die Schwester ihrer Mutter, hatte ihr zum Geburtstag Sonnenblumensamen geschickt – besonders große Sonnenblumen aus Österreich. Sie bekam den Impuls, sie heute einzupflanzen. Also ging sie in die Gartenkammer und fing an Blumen und Kräuter vorzuziehen. Ihr Gartenzwerg schaute ihr dabei zu. Ab und an fragte sie ihn, ob sie es auch richtig machte und er grinste. Sie hatte sich im Schweinestall eine Koje zurecht gemacht mit Regalen und Treppen, wo sie Pflanzen vorziehen konnte. Es war die Südseite des Hofes und hier schien warm die Sonne herein.

Die Sonne kam nun wieder über die Scheune herüber und so holten die Gartenmöbel aus ihrem Winterquartier und saßen das erste Mal wieder auf dem Innenhof in der Sonne. Der Hahn krähte und wirklich ruhig war es nicht. Überall waren die Menschen am Werkeln und Hämmern. Einmal stand der Wind so, dass sie die Maschinengewehre von der Kaserne hörten. Das war ein unangenehmes Geräusch.

Blaue Feder hatte antiquarisch ein paar Bücher über Nis Puk bestellt. Die trudelten ein, zusammen mit einer Osterkarte von eben jener Tante Märgi.

Es gab schon andere vor ihr, die Geschichten über Nis Puk gesammelt hatten. Da war zum Beispiel Silja Kahl, in deren Buch auch ein Rezept für eine Pukengrütze zu finden war. Die würde Blaue Feder gleich mal ausprobieren. Denn wer weiß, vielleicht wohnte auch ein Puk in ihrer Scheune. Dort, wo sich nach und nach die Sachen für den Ostroher Flohmarkt sammelten.

Beim Ausmisten fand Blaue Feder eine Bücherkiste im Stall mit ihren alten Büchern über Elfen und Naturwesen – all die alten Bücher aus Findhorn. Wenn sie Zeit fand, würde sie mal ein wenig schmökern.

Es gab im Frühjahr viel zu tun auf dem Schwalbenhof. Die Beete mussten vorbereitet werden für die neue Saat. Die Sturmschäden mussten ausgebessert und 67 Fenster geputzt. Auch die Ostereier wurden abgestaubt und Blaue Feder schaute, welche Kräuter schon im Garten wuchsen, für ihre Neunkräutersuppe.

So bleibt Ihr nur, Euch schöne Ostara-Tage zu wünschen aus dem schönen Ostrohe, das einst von der Frühlingsgöttin Ostara seinen Namen erhielt.

Wer Ostrohe noch nicht kennt, kann das allerschönste Dorf Dithmarschens, seine großen, kleinen und allerkleinsten Bewohner am 23.04.2022 beim allerersten Ostroher Flohmarkt von 10 bis 16 Uhr kennenlernen, überall dort, wo Luftballons im Wind wehen. 🎈🎈🎈

5 Kommentare zu „Ein bunter Blumengarten

    1. Dear Priti, just now the sun rises in Ostrohe and bathes the land in its pink robe. Ostara tells of this moment when life begins new in the cycle of the year. Perhaps she has similar qualities as the Vedic Ushas, the goddess of dawn. Heartly, Susanne

      Gefällt mir

  1. Durch glückliche Fügung bin ich bei den Geschichten der Blauen Feder sanft gelandet.
    Hier fühle ich mich als Mensch geborgen, vielleicht auch in eine andere Zeit versetzt – mit viel Zartgefühl, magischer Ganzheitlichkeit und großer Tiefe werden Geschichten geflochten.
    Ein wunderschöner internetter Ort, der zum Verweilen und Staunen einlädt – dem Schritt der Natur angemessen zu leben, ist ebenso meine Herzensüberzeugung. Auch der Unterhaltung mit der hübschen Kuhschelle zu lauschen, ist zutiefst berührend.
    Ich liebe Logenplätze für die Seele!

    Auf ein Wiederlesen freut sich C Stern!

    Gefällt mir

    1. Lieber C Stern, vielleicht waren es die Sonnenblumenkerne aus dem schönen Österreich, die ich gesät habe, die einen zarten Faden gewoben haben. Vielen Dank für die schöne Rückmeldung, die mein Herz sehr erfreut hat. Herzliche Grüße, Susanne

      Gefällt mir

Schreibe eine Antwort zu Blaue Feder Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s