Drachen-Knoten

Am Morgen öffnete Blaue Feder die Gardinen und die Venus lachte sie an. Sie lud sie ein, zu einem Spaziergang. Der Himmel sah toll aus und sie atmete die kalte und klare Polarluft tief ein, die ein bisschen Wintergefühl zurückbrachte. Frau Holle hatte hier und dort ein paar Flocken hinterlassen, die davon erzählten, dass es sie noch gab.

Blaue Feder hatte sich auf dem Heimweg aus der Großen Stadt einen Kalender gekauft mit Schmetterlingen darauf und sie hatte sich ihre Ephemeriden mitgenommen. All die Jahre hatte sie einen Sonne- und Mondkalender benutzt, den es nun in dieser Form nicht mehr gab. Also entschloß sie sich, ihren eigenen Sonne-und Mond-Kalender zu basteln. Das erste, was ihr auffiel, als sie in die Ephemeriden schaute war, dass die Mondknoten-Achse diese Woche vom Zwilling/Schütze in den Stier/Skorpion gewechselt war und damit ein neues Thema einläutete. Die Mond-Knoten oder die Drachen-Punkte können uns ein wenig erzählen, wo wir herkommen und wohin uns unsere Seele ruft. Der absteigende Drachenschwanz zeigt das Alte an, mit dem wir uns vertraut fühlen und der aufsteigende Drachenkopf das Neue, welches wir uns aneignen wollen. So hast Du ein individuelles Thema mitgebracht, aber auch kollektiv wirken sich die Mondknoten auf uns auf, so Du ein bisschen mit den Sternen wandelst

So hatte Blaue Feder ihren letzten Erzähl-Zyklus Die Drachen fliegen wiederbegonnen, als der der Drachenkopf im Zwilling, einem Luftzeichen stand. Grad pflückte sie ihre Geschichten vom Baum und sammelte sie in einem Buch. Mit den fliegenden Drachen war das Thema der Bäume mehr in den Vordergrund getreten.

Nun wanderte der Drachenkopf weiter in den Stier. Der Stier ist ein Erdzeichen und zu ihm gehörte die Venus, die sie am Morgen anlachte. Grad wollte sie eine Geschichte erzählen, die davon handelte, sich im Körper zuhause zu fühlen. Sie hatte den Eindruck, dass würde wohl ganz gut zu dem Stier-Thema passen.

Blaue Feder ging durch das Dorf und ein neues Haus im Garten der Töpferin lachte sie an.

Sie ging ins Moor und begrüßte den Morgen am Großen Mondsee.

Die Wolken spiegelten sich rosa auf dem gefrorenen See.

Die Eichelhäher unterhielten sich quer über den Mondsee und Blaue Feder dachte noch einmal daran, wie sie die blaue Feder vom Eichelhäher gefunden und ihren Geschichten-Blog hier eröffnet hatte.

Damals stand der Mond-Knoten im Krebs und sie hatte angefangen hier auf ihrem Blog ‚Blaue Feder‘ von ihrer Seelenheimat zu erzählen. Der Drachen-Kopf im Horoskop der Blauen Feder stand ebenfalls im Krebs und grad war sie selbst ein wenig berührt, als ihr das klar wurde.

Die Drachen-Knoten erzählen von größeren Zyklen, in die wir eingebettet sind. Etwa alle 19 Monate wechseln die Mondknoten ihr Thema und laufen dabei rückwärts durch den Tierkreis. Blaue Feder wollte hier jetzt nicht tiefer in das Thema einsteigen. Wer gerne mehr dazu wissen möchte, kann vielleicht bei Astrid mal lauschen. Sie würde unten ein Video zu dem Thema verlinken. Astrid kann Dir auch mehr zu Deinem Mondknoten erzählen, wenn Du möchtest.

Blaue Feder ging forschen Schrittes weiter Richtung Süderholm, der Insel im Süden, wo die Schwäne wohnen. Sie wollte mal nach den Schwänen schauen. Die Sonne tanzte mit den Birken. Sie begegnete den Schwänen schon auf der Kuhle 20/22, die wohl dieses Jahr gesperrt war – war das ein Hinweis für sie? Manchmal dachte Blaue Feder, es war an der Zeit, in Klausur zu gehen und ihre Geschichten in Bücher zu binden – konnte sie schon loslassen?

Sie schaute den Schwänen beim Gründeln zu. Manchmal sahen die Zwei von Weitem aus wie ein Schwan mit zwei Köpfen. Sie unterhielten sich leise.

Blaue Feder schaute ihnen hingebungsvoll zu und lauschte in die Stille.

Wieder lachten sie die Pömpel an, die nun ihre Wolle langsam dem Wind anvertrauten. Zwischen den Pömpeln sang ein Zaunkönig sein Lied und hüpfte auf dem Eis herum.

Dann machte ein Silberreiher in der Ferne auf sich aufmerksam und lockte Blaue Feder an die hintere Gänsekuhle.

Auf dem Weg dorthin begegnete sie zwei Hasen beim Spiel. Sie schlugen immer wieder ihre Haken rund um eine Gruppe tanzender Birken. Es machte Freude ihrem lebendigen Spiel zuzuschauen.

Blaue Feder ging zur hinteren Gänsekuhle und sah die Hasen noch ein paar Rehe aufscheuchen. Die Silberne stand still in der aufgehenden Sonne.

Singe Dein Lied, Blaue Feder!‚ hörte sie es in der Stille rufen. Es waren die Wacholder-Drosseln, die ihr verkündeten, dass ein Lebensabschitt abgeschlossen war und nun etwas Neues begann. Sie waren schon aus ihrem Winterquartier zurückgekehrt und brachten Kunde aus dem Süden, die von Veränderungen erzählte. Für Blaue Feder fühlte es sich wahrhaftig so an, als würde ein Lebensabschnitt zu Ende gehen und etwas Neues beginnen.

Noch hatte Blaue Feder erst Ahnungen, was sich verändern würde. Sie würde den neuen Lebnsabschnitt mit liebevollen Liedern beginnen. Es ging ihr nicht, um das Erreichen eines Zieles. Jeder Schritt, den sie ging, würde ihr neue Erfahrungen bringen. So sah sie den Gänsen nach, die über sie hinwegflogen.

Sie sah ihren Schatten im Licht der Sonne und folgte noch ein Stück dem Weg der Drosseln. Sie sah die Schwäne im Sonnenlicht und vielleicht wollte sie gerade etwas zu viel und hatte den Wurm übersehen; jedenfalls knackte das Eis unter ihren Füssen und die Schwäne flogen davon.

Es bedurfte wohl eines ganz sensiblen Hinspürens, wo die Grenzen waren. Blaue Feder ging zurück und bedankte sich beim Silberreiher für die kleine Lektion. Der stand einfach still da und sagte nichts.

Die Wacholder-Drosseln saßen lachend in der Birke und auch die Meisen lachten.

Geh spielen, Blaue Feder!‚, sagten sie.

So ging Blaue Feder forschen Schrittes wieder heim. Sie begegnete noch dem Winterläufer. Laufen war nicht so ihres, aber sie fuhr gerne mit dem Fahrrad.

Auf dem Heimweg kam sie noch einmal an den neuen Häusern vorbei und sie erstrahlten im Sonnenlicht.

Sie begrüßte Ayla ihre Dorfeiche und setzte sich eine Weile zu ihr und fragte sie: ‚Wie schaut es aus?‚ Aber sie bekam keine Antwort, denn Ayla schlief noch. Als sie so unterm Baum saß, flog ein unbekanntes Flugobjekt über den Schwalbenhof hinweg und sie sah den Drachen fliegen. Vielleicht war die Drachen-Geschichte jetzt erst rund.

Sie sah auch die Eichelhäher im Garten sich ihre Nüsse holen.

Nun saß sie an ihrer Klimperkiste und schrieb. Dabei fiel ihr Blick auf ihren Tontopf, in dem sich nun tatsächlich etwas tat. Mal abgesehen von dem Schnittlauch, steckten nun wohl kleine Bäumchen den Kopf aus der Erde oder waren es Pilze?

Wer mag, kann sich bei Astrid Hamberger mehr Infos zu den Mondknoten holen:

https://www.youtube.com/watch?v=i6nuqrmUfZA

5 Kommentare zu „Drachen-Knoten

  1. Guten Morgen meine liebe Susanne…. vielen Dank, für diesen schönen Moment. Ich bin eine Weile mit dir gegangen und habe die frische Winterluft geatmet… fühle dich umärmelt😘 deine Anja

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    1. Liebe Malin, wie schön – noch eine Gemeinsamkeit – wie die Liebe zu den Inseln. Meiner steht im Neunten Haus. Grad wird mir der Zusammenhang zwischen dem Skarabäus und dem Krebs klar. Ich hatte im Winter in der Werkzeugkammer den kleinen Skarabäus aus dem Tontopf gefunden. Im Tierkreis von Denderah steht der Skarabäus für den Krebs. – Für mich hat der Drachenkopf im Krebs den Weg des Herzens geebnet. ❤ liche Grüße, Susanne

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