Vom Eigen-Sein und Eigen-Sinn

Ein kleiner roter Lichtstreif lockte Blaue Feder am Morgen hinaus. Sie ging an den Hainbuchen der Nachbarn vorbei. Auch vor dem Lindenhof standen Hagebuchen und ein dicker, etwas älterer Fliegenpilz. Darin entdeckte sie einen kleinen Lindensamen. Da lachte es in ihr, denn manchmal war am Anfang schon alles da!

In einem kleinen Samen steckt bereits die ganze Essenz einer Pflanze oder eines Baumes. Sie erinnerte sich wie Cambra Skadé auf dem Seminar zur Herbstweisen immer wieder die Teilnehmerinnen fragte, was ist die Essenz? Diese Frage war ihr nachgegangen. Blaue Feder war eine Forscherin. Sie arbeitete im ‚Real-Life‘ auch an einem Forschungungsinstitut. Sie hatte nun ein paar Jahre das Feld, das Land um sie herum, erforscht und viel entdeckt. Könnte sein, dass sie sich jetzt zurückzog, ihre Forschungs-Ergebnisse zu sichten, um künsterisch-spielerisch die Essenzen herauszufiltern, die Samenkörner.

Doch vorerst ging sie hinaus in die freie Flur und atmete tief durch. Egal wie das Wetter war, versuchte sie immer mal eine Runde zu eghen. Ein paar Rehe grasten am Weg und zeigten ihr ihre Blumen. Sie schauten kurz mal auf, ließen sich aber von ihrer Anwesenheit nicht stören.

In einem Weißdorn hüpften zwei Zaunkönige. Vielleicht war auch eine Zaunkönigin dabei?

Ein Spindelbäumchen begrüßte sie und sagte: ‚Spinne in Ruhe Deinen eigenen Faden!‘

Sie hatte ein paar Einladungen zum gemeinsamen Ringzauber und den Rauhnächten abgesagt. Wie immer war sie etwas unsicher dabei. Mit dieser Verunsicherung ging sie heute ihre Runde.

Wurde sie im Alter etwas eigen oder war sie schon immer eigen gewesen? Im Grunde war sie immer ihren Weg gegangen. Als sie geboren wurde, da stand die Venus in kuscheliger Zweisamkeit mit dem Jupiter im Widder. Vielleicht wirkten die Beiden den Zauber, der sie gerne auf eigensinnige Weise, die Welt entdecken ließ.

Vielleicht war das die Botschaft der Hainbuche an sie, wuchs sie doch sehr eigen-sinnig. So eigen, dass sie für die Holzverarbeitung nicht in Frage kam, weil kaum ein Stamm gerade wuchs. Das war wohl auch nicht ihr Job. Als Feuerholz war sie begehrt, brannte sie so heiß, dass sie Eisen schmelzen konnte. Das konnte nicht jedes Holz. So war die Hainbuche wohl ein rechter Feuerbaum, der Herzen schmelzen ließ.

Sie kam beim wilden Birkenwald vorbei und begrüßte am Rande des Waldes die alte Hasel. Golden leuchtete die Morgensonne durch die alten Birkenstämme.

Da wurde sie von einer Zaunkönigin an den Erlensee gerufen und ihr wurde bewusst: Birke, Hasel, Erle und auch die Hainbuche, gehörten alle zur Familie der Birkengewächse. Das freute sie auf ihre Weise. Am Erlensee stand sie in der aufgehenden Sonne und lauschte dem Gesang der Winterkönigin.

Gehe Deinen eigenen Weg.

Hast Du vielleicht ein eigenes Projekt, das Deine ungeteilte Aufmerksamkeit braucht?

Tauche ganz in die Stille.

Es gibt Zeiten, da stehst Du mit anderen im Kreis.

Es gibt Zeiten, da gehst Du allein und bist doch nie allein.

Diesen Winter tauche allein in die Stille.

Sei Königin in Deinem Reich.

Die Graue stand still auf einem Bein und begrüßte mit ihr zusammen den Morgen. Die Szenerie erinnerte sie an ihre Geschichte vom ‚Lied der der Winterkönigin‚.

Welches Lied würde die Winterkönigin diesen Winter singen?

Welche Medizin würde sie erforschen?

Die Wiesen schimmerten in einem sanftem Herbst-Gold.

Sie kam zum Großen Mondsee. Die Mondin stand noch am Himmel. Eine Krähe flog allein und sagte noch einmal: ‚Mach dieses Mal keine Kompromisse. Sei standhaft wie ein Elefant!‘

Die Pömpel lachten Blaue Feder an und sie lachte mit.

Ein Stein sang sein Lied rot-schwarz in der Morgensonne.

Auf dem Weg aus dem Moor entdeckte sie noch mehr Hainbuchen.

Sie kam zur Hainbuche in ihrem Dorf und setzte sich zu ihr auf die Bank. Sie war im Jahre 2014 neu angepflanzt worden und erinnerte an die Erhebung Schleswig-Holsteins aus dem Jahre 1898. So genau wusste Blaue Feder nicht, worum es damals gegangen war. Sie wunderte sich nur, dass zur Erinnerung an dieses Ereignis eine Hainbuche gepflanzt worden war.

Sei ruhig eigensinnig und mach Dein eigenes Ding. Sei Königin in Deinem Reich. Nimm Dir ein paar Blätter mit und verräuchere sie. Das tut Dir gut. Feiere Dein Eigen-Sein!‘

Manchmal fiel es Blaue Feder immer noch schwer, Grenzen zu setzen und ein dicker Grenz-Stein lachte sie satt an.

Sie nahm sich ein paar Blätter mit und bedankte sich.

Die Töpferin hatte schon Weihnachtsfiguren aufgestellt. Eine Winterkönigin gefiel Blaue Feder sehr in ihrer Schlichtheit.

Im Spiegel einer Weinachtskugel sah sie sich stehen. Die Hainbuche hatte ungewohnt-klare Worte gesprochen. Die musste Blaue Feder erst einmal auf ihre Essenz hin erforschen.

Wer ‚Das Lied der Winterkönigin‚ noch nicht kennt, kann es hier nachlesen. https://blauefeder.home.blog/2018/12/13/das-lied-der-winterkonigin/

Heute beginnt der Kongress ‚Medizin für die Erde zum Thema Kinder unserer Erde – Naturwesen unserer Erde‚, den Christel Ströbel zum fünften Mal organisiert. Blaue Feder würde wohl dem einem oder anderen Interview lauschen. Wenn es Dich interessiert, kannst Du Dich hier anmelden:https://www.medizin-der-erde.com/

2 Kommentare zu „Vom Eigen-Sein und Eigen-Sinn

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