Ein Ulmenfeuer der Begeisterung

Die Osterzeit war vergangen. Blaue Feder hatte die Tage als sehr intensiv empfunden. Da hatte es einige Stürme draußen in der Natur und auch in ihr gegeben. Der Winter war noch einmal zurückgekehrt und Blaue Feder war in sich gekehrt. Heute schaute sie noch einmal zurück.

Am Karsamstag schien die Sonnne schön. Sie fuhren auf den Markt und dann gab es draußen Frühstück. Liebevolles Herz kam zu Besuch auf den Schwalbenhof. Der Tag lud ein zu einem Ausflug. Es kam die Frage auf, was wohl jetzt im Auenwald blühte?

Sie gingen über die Brücke und der Auenwald empfing die Wanderer mit einem zarten Windhauch durch die Buschwindröschen und entfachte das erste Feuer der Begeisterung.

Der Auenwald selbst war in ein zartes Frühlingsgrün getaucht mit leuchtend gelben Sternen. Ein Teppich von Scharbockskraut hatte sich über den ganzen Auenwaldboden gelegt. Die kleinen gelben Sterne spiegelten sich im Wasser der Westerau.

Verzückt folgtem sie dem Lauf der Westerau und folgtem dem, was sie begeisterte.

Am Ende des Tales, dort wo die Westerau eine Schleife zog, entdeckten sie ein unbekanntes Kraut. Von Weitem machte es den Eindruck einer Wolfsmilch, aber bis jetzt hatten sie noch nicht herausgefunden, welches Kraut es tatsächlich war. Vielleicht weiß ein Leser oder eine Leserin mehr?

Überall nickten ihnen die Buschwindröschen aus dem alten Laub entgegen.

Immer tiefer gingen sie in den Auenwald. Jeder folgte seinen Impulsen. Blaue Feder tauchte zuerst in das weiche Sternenmoos.

Dann erforschte sie die Spiegelungen in der Westerau. Wieder fand sie einen toten Graureiher und war am Überlegen, ob sie doch dem Veterinäramt bescheid geben sollte. Wenn die Vögel an der Vogelgrippe gestorben waren, dann war es wohl besser ihre Kadaver zu entfernen.

Blaue Feder wurde magisch von einem Baum angezogen. Nach ihrem Dafürhalten handelte es sich um eine Flatterulme. Ulmen werden auch Elfenholz genannt. Blaue Feder war gebeistert von diesem Baum und strich zärtlich über seine alte Rinde. Er war teilweise hohl, sah aus als wäre aus mehreren Stämmen zusammengesetzt und irgendwie auch nicht.

Sie dachte an den Grünen Mann, dem Hüter des Waldes, der alle Bewohner des Waldes beschützt – auch Merlin kam ihr kurz in den Sinn. Die Mondin stand an diesem Tag im Schützen, so war wohl ihre Begeisterung auch zu erklären. Wenn Blaue Feder in Gesellschaft unterwegs war, konnte sie nicht so tief tauchen. Sie würde wohl noch einmal allein wiederkommen. So tanzte sie nur kurz in dem Ulmenfeuer.

Es sah aus, als würde ein ganzes Elfenvolk in ihrem Stamm wohnen. Sie erinnerte Blaue Feder an die Ulme, die vor ihrem Hof stand. Dort hatte sie schon einmal ein Bad in Ulmensamen genommen. Ihr schien die Ulme eine Vermittlerin zu den Naturgeistern zu sein.

Ein Kleiberpärchen machte auf sich aufmerksam. Sie wohnten gleich in Nachbarshaft zu der Flatterulme in einem Buchenloch. Nun war es an der Zeit zu gehen.

Blaue Feder fand einen Ring aus Holz. Er hatte eine schöne Maserung. Er war wohl aus Fichten- oder Lärchenholz. Kurz tauchten sie in einen Fichtenwald. Dieser war in Reih und Glied angebaut und manchmal wurde eine Reihe rausgeschnitten. Hier war eine ganz andere Athmosphäre, als im Auenwald. Nach dem Rausch kam ein wenig die Ernüchterung.

Zurück ging es aber an der lieblichen Westerau, eingebettet in ihren grünen Scharbockskraut-Teppich.

Blaue Feder fand eine goldfarbenen Runde Kachel. Sie hob sie auf und steckte sie in ihre Tasche. Da lag sie wie ein Handschmeichler in ihrer Hand. Es war wie eine Erinnerung zentriert zu bleiben und ihren heiligen Raum zu halten. Auch das Rund des Baumringes hatte etwas beschützendes und erinnerte sie daran, bei aller Begeisterung auch auf ihre Grenzen zu achten.

Sie gingen noch einmal rund um den Mühlenteich. Die Buschwindröschen winkten ihnen zu und so verabschiedeten sie sich vom dem Grünen Herzen Dithmarschens.

4 Kommentare zu „Ein Ulmenfeuer der Begeisterung

  1. Liebe Susanne, die wunderschöne Pflanze nach der du gefragt hast ist ein Milzkraut. Es ist wohl eine alte Heilpflanze und enthält viele gesunde Bitterstoffe, es gibt aber auch Quellen, die meinen es wäre giftig. Also Vorsicht und höchstens kleine Mengen probieren. Ich schreibe das, weil ich mich auch immer durch die Pflanzenwelt probiere! Vieles was als giftig deklariert wird ist es nur in größeren Mengen.

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