Der lebendige Fisch

Heute küsste die Fische-Mondin ihre Fische-Sonne und inspirierte sie zu dieser Geschichte oder war es das Stück Birkenholz, das sie auf ihrem Weg gefunden hatte und das aussah wie wie ein lebendiger Fisch?

Fortsetzung ‚The Tri-coloured House‘ 30

Warum war Blaue Feder so begeistert von dem Lied ‚The Tri-coloured House‘, dass sie es sogar für die bevorstehende Ausstellung auf Stoff schrieb?

Dafür schaute sie sich den Text einmal genauer an und übersetzte ihn, so gut sie konnte. Vielleicht verstehst Du es ja auch anders?

Were you ever down at the tri‐coloured house, where every rose grows merry and fine
It’s there you will meet with a neat bonnie lass, will you tell her she’ll be a true love of mine

Warst Du jemals unten in dem dreifarbigen Haus, wo jede Rose fröhlich und schön wächst?

Dort wirst du dich mit einem hübschen Mädchen treffen, wirst du ihr sagen, dass sie meine wahre Liebe sein wird?

Will you tell her to make me a fine new shirt, where every…
Without any seams nor needlework, and its then she will be…

Willst du ihr sagen, dass sie mir ein schönes neues Hemd machen soll, ohne Nähte und ohne Handarbeit, und dann wird sie …

Oh and tell her to wash it in yon spring well…
Where water never sprung nor never fell…

Oh und sag ihr, sie soll es in deinem Frühling gut waschen, dort wo das Wasser nie sprang oder nie fiel …

And tell her to hang it on yon whitethorn…
Where there ne’er grew a thorn since Adam was born…

Und erzähle ihr, sie soll es an deinen Weißdorn hängen, wo nie ein Dorn gewachsen ist, seit Adam geboren wurde …

Will you tell her to iron it all with a millstone…
And when she has it done for to send it right home…

Wirst du ihr sagen, sie soll alles mit einem Mühlstein bügeln und wenn sie es geschafft hat, es gleich nach Hause schicken …

Where you ever down at the tricoloured house…
It’s there you will meet with a neat bonny lad, will you tell him hell be a true love of mine

Wo immer du unten im dreifarbigen Haus warst …

Dort triffst du dich mit einem sehr hübschen Jungen, sagst du ihm, dass die Hölle meine wahre Liebe ist?

Will you tell him to farm an acre of land…
Between the salt water and the sea sand…

Wirst du ihm sagen, er soll einen Hektar Land bewirtschaften zwischen Salzwasser und Meersand …

Oh and tell him to plough it all with a deer’s horn…
And tell him to sew it with one grain of corn…

Oh und sag ihm, er soll alles mit einem Hirschhorn pflügen …

Und sag ihm, er soll es mit einem Körnchen Mais mähen …

Will you tell him to thrash it again you castle wall…
And to let neither chaff nor corn fall…

Wirst du ihm sagen, er soll es noch einmal an der Burgmauer schlagen…

Und weder Spreu noch Mais fallen lassen …

Das Lied ist aufgebaut wie ein Märchen. Es ist ein sogenanntes Rätsel-Lied. Im Grunde geht es darum, die wahre Lieb zu finden. Jedenfalls verstand Blaue Feder es so. Um sie zu finden, müssen das Mädchen und der Junge des Liedes unmögliche Aufgaben bestehen. Las Blaue Feder die Aufgaben, dachte sie, dass ist doch unmöglich. Das ist ja wie aus Stroh Gold zu spinnen!

Was braucht es, um solche Aufgaben zu erfüllen? Vielleicht braucht es Helferwesen aus einer anderen Welt? Vielleicht braucht es viel Fantasie? Vielleicht braucht es die Liebe und das Vertrauen, dass auch Unmögliches möglich sein kann?

Manchmal geht es wohl auch garnicht darum erfolgreich zu sein. Schauen wir uns die großen Heldenmythen an, dann sind die Helden oft gescheitert und fanden am Ende doch, was sie suchten, einfach weil sie sich auf die Suche gemacht haben und der Weg das Ziel war.

Manchmal finden wir die wahre Liebe einfach, weil wir uns auf den Weg machen. Manchmal finden wir die wahre Liebe, wenn wir unvoreingenommen wahrnehmen. Manchmal finden wir die wahre Liebe, wenn wir wie die Kinder uns auf das Spielen einlassen, uns hingeben und absichtlos spielen.

Es begab sich also zu der Zeit, als die Schwalbenjungen flügge wurden. Sie saßen zum Füttern auf dem Dach des Schwalbenhofes. Blaue Feder und Brauner Bär spielten Schwalben-Lotto. Dabei versuchten sie zu raten, welches Küken – ein, zwei, drei, vier oder fünf- als nächstes gefüttert wurde. Brauner Bär lag richtig gut mit seinen Lotto-Tipps.

Blaue Feder ging danach in ihr Atelier und spielte weiter. Wie vor ihrem Urlaub spielte sie Reversi mit sich selbst und mit Knöpfen. Mal nahm sie Rote und Blaue Knöpfe und nahm einfach wahr, was sie beim Spielen fühlte. Es ging ja um nichts. Das Ergebnis nähte sie wieder auf.

Dann spielte sie mit Gold und Silber und nähte wieder alle Knöpfe auf.

Ein neuer Impuls kam und sie malte oder druckte drei Bilder. Sie nahm einen weißen Grund und druckte mit Schwarz. Sie nahm einen schwarzen Grund und druckte mit Weiß. Zuletzt druckte sie ein rotes Bild und unterlegte es mit allen Regenbogenfarben. Sie sah in der Mitte einen kleinen Fisch schwimmen und so taufte sie ihre drei Bilder ‚Der lebendige Fisch‘.

Im Tal der BroklandSau stürmt es mal wieder und die Gießkannen wirbeln auf dem Innenhof hin und her. Deshalb geht Blaue Feder jetzt mal wieder in ihr Atelier. Mal sehen, was der lebendige Fisch heute so vor hatte – vielleicht ein bisschen tanzen, vielleicht ein bisschen malen, vielleicht ein bisschen spielen, vielleicht auch nur ein bisschen rumsitzen, ins Narrenkastle schauen, mit den Beinen baumeln und Musik hören.

4 Kommentare zu „Der lebendige Fisch

  1. „Manchmal finden wir die wahre Liebe einfach, weil wir uns auf den Weg machen. Manchmal finden wir die wahre Liebe, wenn wir unvoreigenommen wahrnehmen. Manchmal finden wir die wahre Liebe, wenn wir wie die Kinder uns auf das Spielen einlassen, uns hingeben und absichtlos spielen.“
    Danke! Das ist wunder, wunderschön! Lieben Gruß, Christine

    Gefällt 2 Personen

      1. Oh, den habe ich überhaupt nicht wahrgenommen, denn der Inhalt spiegelt das Empfinden. Deine Worte sind wie fließendes Wasser: verspielt oder ruhig, um die Ecke denkend oder gerade offen wahrnehmend, einfach toll und passt so wunderbar zu Deinen Bildern und Kunstwerken, Susanne! Lieben Gruß, Christine

        Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s