„Hello Kitty“

Der Himmel über dem Tal der BroklandSau war noch recht verhangen. Ein bisschen lugte das Licht durch die Wolken. Die Vögel hatten Blaue Feder früh mit einem schönen Konzert geweckt. Ein paar Märzenbecher läuteten den Tag ein.

Sie zog sich an, machte eine kleine Katzenwäsche und war bereit. Sie hatte sich am Vortag über etwas geärgert und so ganz war der Ärger noch nicht verflogen. Sie merkte es daran, dass alle Tiere vor ihr flohen. Sie kam zum Großen Mondsee und hörte das Geschnatter von vielen Gänsen. Doch sobald sie Blaue Feder erblickten, nahmen sie Reißaus. Blaue Feder blieb allein mit dem verwaisten Mondsee zurück.

Sie setzte sich auf die Bank bei den Buchen. Die Löcher im Weg waren mit Schutt aufgefüllt worden. Vor ihr lag eine kleine blaue Kachel. Sie erinnerte sie an ihren Traum der letzten Nacht.

Im Traum putze Blaue Feder blaue Kacheln blitzeblank und räumte auf. Ein kleines Mädchen kam zu ihr und bat sie, mit ihrem Vater zu reden. Das kleine Mädchen liebte es, sich mit der Natur zu beschäftigem. Sie wollte sich ihr Geburtstagsgeschenk selbst ausssuchen. Sagst du das meinem Vater, sonst schenkt er mir wieder etwas, was ich nicht gebrauchen kann.

Blaue Feder nahm den Vater des Mädchens beiseite. Er hatte allerdings bereits ein Geschenk für seine Tochter besorgt. Es war eine Puppe, eine „Hello Kitty-Puppe“. – Ob sich das kleine Mädchen über die ‚Hello Kitty-Puppe‘ freuen würde, blieb offen in ihrem Traum.

Als Blaue Feder erwachte, ging ihr ‚Hello Kitty‘ nach. Sie gab ‚Hello Kitty‘ in ihr Handy ein und erblickte das Gesicht der Figur aus ihrem Geocache-Ei. So lösten sich die Rätsel nach und nach.

‚Hello Kitty‘ wurde 1974 von Yuko Shimizu entworfen. Sie war ein großer Fan von den Katzen in ‚Alice hinter den Spiegeln‚ und ‚Alice im Wunderland‚ von Lewis Caroll. ‚Hello Kitty‘ wurde ein großer Werbeschlager auf der ganzen Welt. Nun erinnerte sich auch Blaue Feder.

Ihr kam auch gleich die Grinsekatze wieder ins Gedächtnis. Die Grinsekatze gab Alice meistens Ratschläge in Rätselform und benutzte Wortspiele, die keiner außer ihr verstand und ließ sie oft mit drei ??? zurück. Das Spiel kannte Blaue Feder nur zu gut. So ging es ihr, wenn sie hier die Natur erforschte. Aber es wäre ja auch langweilig, wenn ihr jemand den Weg vorgeben würde. Spannender war es, alles selbst zu entdecken.

Blaue Feder und Brauner Bär waren am Wochenende gemeinsam mit Liebevolles Herz ins Storchendorf Bergenhusen gefahren. Blaue Feder hatte vergessen ihre Memory-Karte in ihre Kamera zu legen. Sie hätte sich in den Popo beißen können, wenn sie da nur angekommen wäre. Denn mal ab von den wunderbaren Störchen im Bergenhusen, grasten auf den Wiesen rund um Bergenhusen tausende von Schwäne. So viele Schwäne hatte sie bisher nur im Ringkoebing-Fjord, im Land der Schwäne gesehen. Sie wusste aber nicht, dass die Schwäne bevor sie in ihre Brutgebiete in die sibirsiche Tundra flogen, ganz in ihrer Nähe, in der Flußniederung von Eider, Treene und Sorge überwinterten und sich die Bäuche vollschlugen. So gab es nur ein ‚öddeliges‘ Handyfoto.

Es war wunderschön ein wenig in die weiße Schar der Engel der Lüfte zu tauchen. – Wer mag, kann sich das schöne Video vom NABU anschauen.

In Bergenhusen begeisterte sie das Geklapper der Störche. In dem kleinen Bergdorf brüten jährlich bis zu 20 Storchenpaare.

Sie zogen ihre Runde durch das Dorf. Es war zwar kalt, aber die Sonne schien ein wenig. Sie kamen mal wieder am ‚Spiegelland‚ vorbei. Es lag verwaist da. Kein Kind spielte dort und das Trampolin war abgebaut. Doch schon bald würden die Menschenkinder wieder das Land hinter den Spiegeln erkunden.

Immer wieder drehte sich alles um die Spiegel! Blaue Feder erinnerte sich an die Spiegel, die sie in ihren Lebensbaum gewebt hatte. Vielleicht las sie noch einmal das Buch von ‚Alice hinter den Spiegeln‘ – vielleicht ging sie aber auch einfach weiter zu ihren Baumfreunde und tauchte mit ihrer Hilfe selbst hinter die Spiegel.

Blaue Feder ging weiter. Die Sonne lugte ein wenig durch die Wolken. Sie setzte sich mitten ins Moor auf eine Bank und schloß die Augen.

Die blaue Kachel hatte sie an den Blauen Stein in ihrem Herzen erinnert. Sie schloß die Augen und eine Blaue Blume erblühte in ihrem Herzen. Ein Wind fing an zu wehen und wehte sie auf eine Insel. Es war die Insel des Blauen Volkes. Die Hüterin des Blauen Volkes begrüßte sie. Blaue Feder verbeugte sich tief vor ihr. Erinnerungen stiegen in ihr hoch. Das Blaue Volk ist klein, aber deshalb nicht unbdeutend. Denn ohne das Blaue Volk gäbe es die Wunder des Lebens nicht. Die Blumen würden nicht erblühen und der Frühling würde nicht zurückkehren. Blaue Feder tauchte ein wenig in die lebendige Welt des Blauen Volkes. Dann bedankte sie sich und ein Wind trug sie wieder zurück auf ihren Platz auf der Bank im Moor.

Blaue Feder war ganz beseelt von ihrer Reise. Ihr wurde klar, um die Wunder des Lebens zu erkunden, brauchte es Ruhe und Stille. Die Blume des Lebens erblüht von Innen nach Außen und sie braucht ihre Zeit. Runde um Runde erblüht sie mehr in unseren Herzen. Blaue Feder merkte wie sie die Stille brauchte, ihre Gänge in die Natur und ihre Pausen, in denen sich die Blume des Lebens webt.

Sie ging weiter und die Birken luden sie ein, hinein in den Birkenwald zu kommen.

Sie war kaum ein paar Schritte dem Weg gefolgt, als sie eine kleine gelbe Blume entdeckte. Ein kleiner Winterling hatte sich hier ausgesät. Freude stieg in Blaue Feders Herz. Eine kleine Elfe des Frühlings begrüßte sie.

„Warum heißt du Winterling, wo du doch eine Blume des Frühlings bist?“ fragte Blaue Feder.

„Ich verbinde den Winter mit dem Frühing. Meine Aufgabe ist es, die Herzen zum Schmelzen zu bringen. Ich bereite eine wärmere Zukunft.“, kam die Antwort.

Das war ihr wohl gelungen. Blaue Feder schmolz dahin. Sie nahm das kleine Blümchen in ihr Herz.

Nun ging sie den Weg, den sie gekommen war, zurück. Es hatte sich etwas verändert. Frieden war in Blaue Feders Herz zurückgekehrt. Eine größerer Trupp Kraniche flog über sie hinweg. Blaue Feder freute sich. Dann kam noch ein kleinerer Trupp von Vieren. Blaue Feder schaute ihnen lange hinterher. Der Himmel brach auf und die Sonne lugte hervor.

Was hatte sich noch verändert? Die Vögel und die Tiere liefen oder flogen nicht mehr fort. Sie nahmen Blaue Feder wahr, aber grasten einfach in Ruhe weiter. Die Rehe zeigten ihre Blumen. Sie war nun wieder Eine von ihnen. Die Liebe war in Blaue Feders Herz zurückgekehrt und das strahte sie auch aus.

Zurück im Dorf entdeckte sie unter einer Hecke ein Meer von Blauen Sterne. Die mochte Blaue Feder besonders gerne.

Daheim erwartete sie schon ihre Grinsekatze und sie begrüßte sie mit „Hello Kitty“. Nun war streicheln angesagt, die Vögel brauchten neues Futter und Blaue Feder ein Frühstück.

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