Logbuch 2021

Bald würde die Neue Mondin am Himmel stehen und Blaue Feder zog es raus zu einer kleinen Runde. Sie wollte heute mal die Kräuterweiden besuchen.

Es war still und kalt draußen. Die Sonne stand verhangen schon am Himmel. Die Neumondzeit war schon zu spüren. Ein Star queezte auf einem Baum und eine anderer Star quezzte zurück.

Blaue Feder stand eine Weile an einem Graben und schaute wie das Wasser so dahinfloß. Ein Zaunkönig saß am Ufer und sagte nur : ‚Mach klein!‘ – Was er wohl meinte? Vielleicht ging sie heute einfach eine kleine Runde.

Der Geheime See lag versteckt hinter den Bäumen. Blaue Feder sah die Graue am Seeufer sitzen und hörte ein paar Gänse. Was sich heute auf dem Geheimen See abspielte, würde geheim bleiben. Das Ufer hinunterzuklettern war ihr heute eine zu große Aktion. Sie kam an dem kleinen Acker vorbei und fragte sich, welche Wurzelsamen hier wohl in der Erde lagen?

Eine Singdrossel saß hoch oben auf einer Tanne und sang ein Lied. Manchmal hörte Blaue Feder eine andere Drossel antworten.

Den Geheimen See würde sie heute nicht besuchen, aber dafür stand Blaue Feder vor einem Geheimen Eingang. Den Weg war sie noch nie gegangen. Es war wohl ein Privatgrundstück. Doch gab es keinen Zaun, nur wilde Brombeeren, die den Eingang versteckten. Es war Blaue Feder, als würde sie hineingewunken. Vorsichtig zog sie die stacheligen Brombeeren beiseite. Sie liebte dieses Gefühl ‚Neues zu endeckten‘. Ein paar Schneeglöckchen begrüßten sie. Sie tanzten ein wenig zusammen. In diesem Geheimen Garten standen junge Weißdornbüsche und alte Holunder beieinander.

Es gab einen kleinen jungen Birkenwald und einen kleinen etwas älteren Tannenwald. In dem kleinen Tannenwald gab es eine kleine Wiese mit ein paar Buchsbäumen drumherum, die sie einluden, sich im Frühjahr oder Sommer hier mal niederzulassen und den Tannen zu lauschen. Hier hatten wohl auch zwei Rehe ihre Schlafmulden. Am Ende das Waldes waren einige Tannen abgeholzt. Dann war es wohl ein Privatgrundstück und dort gab es auch einen rudimentären Zaun. Blaue Feder nahm sich einen Spalt vom Tannenholz mit.

Sie kam auf ihrer Wiese mit der Alten Holler raus. Sie grüßte sie und ging weiter zu den Kräuterweiden. Sie nannte sie Kräuterweiden, weil in jedem Baum ein anderes Kraut wuchs. Die Weiden kannten sich mit Kräutern aus. Sie lehnte sich an einen Stamm der sieben Weiden und schloß die Augen. Alles viel von ihr ab. Es war als würde sie unter einer Dusche stehen. Sie ließ los.

Die Weiden sangen : ‚Tanze, Blaue Feder!

Sie hatte sich die Tage ihre CDs von den 5 Rhythmen von Gabriele Roth rausgesucht und angefangen zu tanzen. Das tat ihr gut!

Blaue Feder streichelte über die Rinde der Weide. Die Rinde sah aus wie fließenden Wasser. Auf einer Weide saß ein schwarzer Vogel. Es war wieder ein Star. Einst hatte Blaue Feder einen Star gemalt. Das Bild nannte sie: ‚Ich wär so gerne ein Star‘. Der Star antwortet auf ihre Gedanken: ‚Du bist ein Star. Ein kleiner Stern am Himmelszelt!‘

Blaue Feder verabschiedete sich von den Sieben Weiden. Es zog sie zum Fuchsloch. Auf dem Fuchsloch sah sie unter den Büschen etwas Gelbes leuchten. Dort lag ein großes gelbes Überraschungs-Ei. Blaue Feder musste schmunzeln. Es war fast auf den Tag ein Jahr her, dass sie ein Überraschungs-Ei mit einem Boot darin gefunden hatte. Mit dem Boot hatte sie viele spannende Länder bereist. Sie hatte gerade ihre Fundstücke vom letzten Jahr von ihrem Altar weggeräumt und Platz geschaffen für Neues und nun fand sie wieder ein Ei. War es ein halkyonisches Ei oder ein verfrühtes Osterei?

Es stand etwas darauf. Blaue Feder las ‚Geocoach‘. War sie ein ‚Geocaoch‚? Eine Stimme in ihr sagte mal ‚ja‘ und sie nahm das Ei mit sich. Sie freute sich, wie sich ein Kind eben freut, wenn es einen Schatz entdeckt hatte.

Sie ging noch zu ihrer Eiche mit dem Fuchstein und schaute über das Land und sah einen Rehbock.

Er sah sie an und sie hatte das Gefühl, er grinste. Dann ging gemählich seines Weges. Er hatte bereits ein kleines Geweih.

Blaue Feder ging heim. Daheim machte sie sich einen Tee und setzte sich mit ihrem Überraschungs-Ei aufs Sofa. Sie öffnete es mit Vorfreude und fand darin ein kleines Logbuch, einen kleinen Leuchtstab, der blinkte und eine kleine Figur. Oh, sie liebte Überraschungen!

Sie schlug das kleine Logbuch auf und las den Text. Es stand nicht ‚Geocoach‘ auf dem Ei, sondern ‚Geocach‘.

Dann machte sich Blaue Feder schlau.

Ein Geocach ist ein Geo = Erde und Cache = Versteck.

Ein Geocache ist in der Regel ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie kleine Tauschgegenstände befinden. Der Besucher kann sich in das Logbuch eintragen, um seine erfolgreiche Suche zu dokumentieren. Anschließend wird der Geocache wieder an der Stelle versteckt, an der er zuvor gefunden wurde. Wird ein Gegenstand entnommen, wird ein neuer Gegenstand von gleichem Wert wieder hineingelgt.

Es ist im Grunde eine moderne Form der Schnitzeljagd. Blaue Feder hatte Schnitzeljagden als Kind in den Wäldern geliebt. Das brachte Blaue Feder eine Idee zurück, die sie vor Kurzem hatte. Verraten wird sie sie nicht! Es ist noch ein Geheimnis! Sonst ist es ja keine Überraschung mehr!

Es hatten sich schon einige Geocacher in das Logbuch eingetragen. Blaue Feder würde sich auch eintragen. Sie behielt die kleine Figur als Erinnerung und tat eine neue Figur in das Geocache hinein und brachte es zurück an den Fundort.

‚Bist Du vielleicht eine Erdhummel, eine Weidenbiene oder gar ein Weidenkätzchen?‘ fragte Blaue Feder ihre kleine Besucherin. Noch behielt das kleine Wesen mit der roten Schleife ihr Geheimnis für sich. Du kannst Dir vostellen, wie neugierig Blaue Feder war. Doch nicht alles erschließt sich sofort. Manchmal braucht eswohl etwas Geduld.

– Während Blaue Feder Geduld übt und diesen Text schreibt, köchelt auf ihrem Herd ein Topf mit Weidenrinden. Sie wird gleich in ein erholsames Bad mit einem rotbraunen Auszug aus Weidenrinden tauchen. Weidenrinde enthält natürliches Aspirin und kann bei Schmerzen helfen.

Blaue Feder wünscht Dir eine schöne Neumondzeit!

2 Kommentare zu „Logbuch 2021

  1. Geocaching ist ein weltweiter Hype. Und macht total viel Spaß, wenn du viel an unterschiedlichen Orten unterwegs bist. Ein Handy mit guter Ortung und einen Schreiber mitnehmen: schon kann es los gehen. Man sollte recht gut zu Fuß sein. Nicht alles ist einfach zu erreichen. Auf die Dauer bekommt man einen Blick für Verstecke.

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