Post aus Achill Island

Es gibt Zeiten, da fühlen wir uns getrennt von den Menschen, die wir lieben oder den Orten unserer Sehnsucht. Sie scheinen für uns unerreichbar, wie das Meer die Tage zuvor für Blaue Feder und Brauner Bär nicht erreichbar war. Vielleicht erzählte Blaue Feder deshalb heute ihre Geschichte weiter. Wenn äußere Reisen nicht möglich sind, dann vielleicht eine innere Reise.

Fortsetzung ‚The Tri-coloured House‘ 28

Blaue Feder hatte nicht nur ihr Herz in Achill Island vergessen, sondern auch ihren Lieblingsrock und eine Bluse. Sie hatte Elizabeth und John vom Bervies einen Brief geschickt und erzählt, dass ihre Wäsche noch im Schrank lag. Ein paar Wochen später klingelte der Postbote und hatte ein Päkchen für Blaue Feder. Sie öffnete das Päkchen, sah ihren Lieblingsrock und mit ihm kam der ganze Duft von Achill Island von ihrer Reise auf dem Wild Atlantic Way wieder in ihr Haus geweht. Wie sich zeigte, hatte auch Brauner Bär sein Hemd in Keel vergessen, dem Ort, der so hieß wie der Ort, an dem er geboren wurde.

In der Zwischenzeit hatte sie mit ihrer Schwägerin Färbetage bei einer Textil-Künstlerin Juliette Eckel (s.u.) besucht, in der Nähe der Krammelheide, dort wo das Lebensboot durch den Wald fliegt und es vieles mehr im Wald zu entdecken gibt.

Sie hatten dort verschiedene Färbetechniken für Stoffe kennengelernt, sich mit Ecoprint vertraut gemacht und gelernt ein Sieb für einen Siebdruck herzustellen. Blaue Feder hatte das Muster von ihrer Lieblingsbluse abgenommen, deren Stoff langsam immer dünner wurde. Mit vielen neuen Inspirationen und bunt gefärbten Tuchen war sie wieder nach Hause zurückgekehrt.

Wieder daheim im Tal der BroklandSau nähte Blaue Feder aus den Farn-Drucken einen Lampenschirm. Dann druckte sie Fotos von ihrer Irlandreise aus und klebte sie zu einer Collage.

Sie nahm einen blaugefärbten Stoff – Blau wie das Meer in Keel. Sie sah sich wieder in Keel auf Achill Island am Meer stehen. Sie nähte das Erlebte frei Hand mit der Nähmaschine. Ein paar Knöpfe und etwas Sternenstaub durften nicht fehlen. Sie nannte ihr Bild ‚The Tri-coloured House‘ nach einem Lied der Gruppe ‚Lankum‘, die sie sehr mochte.

Setzte sich Blaue Feder vor ihr Bild, dann öffnete sich die rote Tür des Sommerhauses und sie reiste wieder nach Achill Island. Ein wohliges Gefühl breitete sich dann in ihrem Herzen aus – ein Gefühl von Heimkommen.

Die Textil-Künstlerin und ihre Angebote findest Du unter: https://www.juliette-eckel.com/

9 Kommentare zu „Post aus Achill Island

    1. Das Stoff-Bild ist auch immer noch eines meiner Lieblingsbilder. Das ist mir echt gut gelungen. ‚Frei-Hand-Nähen‘ bezieht sich auf die Technik. Dafür wird an der Nähmaschine der Transporteur versenkt. Dann kannst mit der Nähmaschine wie mit einem Bleistift zeichnen ohne den Stoff ständig drehen zu müssen. Aber ich habe natürlich die Figuren und den Baum vorgezeichnet, bevor ich genäht habe. Für das Haus und Callas habe ich vorher Stempel angefertigt und sie erst einmal draufgedruckt. Ich mische immer ganz gerne verschiedene Techniken und lade den Zufall mit ein. In diesem Fall meinte es der Zufall sehr gut mit mir. Vielleicht weil mein Herz so an dieser Geschichte hing. Freut mich sehr, dass Dir das Bild auch so gut gefällt.

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  1. Liebe Nina, ja es gibt viele Techniken zum Ausprobieren. Danke für Deine lieben Worte. Diese Erinnerung ist mir auch Dank meines Bildes immer sehr präsent. Es ist, als wäre es gestern gewesen. Herzensgrüße, Susanne

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