‚Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?‘

Mal wieder rief das Meer! Es war eisekalt, aber die Sonne strahlte schon hell und klar am Morgen. Auf dem Weg zur Küste fielen Blaue Feder die vielen Weiden auf. Wie sie alle hießen, wusste Blaue Feder nicht, denn es gab wohl an die 450 verschiedenen Arten. Sie stellte nur fest, sie lebte in einem ‚Land der Weiden‚.

Auch am Meer begrüßte sie eine kleine Weide in den Dünen. Die Luft war klar und sie konnten weit blicken. Der Westerhever Leuchtturm sah aus, als stände er ganz nahe.

Es hatte sich ein Priel gebildet, der mit einer dünnen Eisschicht überzogen war.

Sie probierten aus, wie weit sie durchwaten konnten, aber sie hatten keine Gummistiefel an und ohne nasse Füße zu bekommne, kamen sie nicht rüber zum ersehnten Meer.

Blaue Feder erinnerte es an ein Straßenspiel, dass sie als Kinder gerne gespielt haben.

‚Fischer, Fischer wie tief ist das Wasser?‘ – ‚Zu tief für Wandertsiefel!‘- ‚Und wie kommen wir rüber?‘ – ‚Mit Gummistiefeln!‘

Kennst Du auch das Spiel?

Auf der einen Seite steht der Fischer, auf der anderen die Fische (alle anderen Kinder). Die Fische rufen: „Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?“Der Fischer antwortet z. B.: „Vierhundert Meter!“ Dann rufen die Fische: „Und wie kommen wir rüber?“ Der Fischer denkt sich eine Fortbewegungsart aus und ruft z. B.: „Auf einem Bein hüpfen!“ oder „Kriechen!“. Alle, auch der Fischer, hüpfen oder kriechen auf die andere Seite. Der Fischer versucht, so viele Fische wie möglich zu berühren. Jeder gefangene Fisch wird in der nächsten Runde auch zum Fischer. In jeder Runde dürfen sich die Fischer eine neue Fortbewegungsart ausdenken.
Das Spiel geht so lange, bis zum Schluss nur noch ein einziger Fisch den Fischern entkommen ist. Der ist Sieger und darf den nächsten Fischer spielen.

So gingen sie am Priel entlang, tauchten in die Sonne und atmeten die frische Luft. Vielleicht kamen sie bei den Pfahlbauten hinüber?

Sie kamen aber auch nicht auf den Steg zu den Pfahlbauten. Eine Möwe müsste man sein! Das Meer war für sie heute ohne nasse Füße unerreichbar. Dabei gab es durchaus Drachen-Menschen, die es bis ans Meer geschafft hatten.

Es gab aber auch vor ihren Füßen Spannendes zu entdecken. Sie schauten sich die Strukturen an, die der Schaum gebildet hat.

Sie ließen los und gingen wieder zurück. Blaue Feder sah eine große Frau mit blonden, wehenden Haaren. Sie erinnerte sie an ‚Clarissa‘ aus ihrem Traum. Blaue Feder genoß einfach die klare Sicht und die Weite. Jeder Tag am Meer war anders. Sie würden noch einmal mit Gummistiefeln zurückkommen.

In den Wiesen grasten die Nonnengänse und unterwegs gab es Osterlämmer zu bestaunen.

Mittlerweile hatte sich auch der Tischler gemeldet. Er konnte heute noch kommen. Blaue Feder und Brauner Bär hatten neue Ausbaupläne für den Schwalbenhof. Dafür musste ein Tischler eine hölzerne Außenfassade erneuern und Balken für einen Fußboden einziehen. So fuhren sie mit guter Laune zurück und Blaue Feder drehte ein Roadmovie.

Wie es wohl ist, eine Möwe zu sein?

2 Kommentare zu „‚Fischer, Fischer, wie tief ist das Wasser?‘

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