Bi Delve op’n Diek

Beim Frühstück fragte Blaue Feder Brauner Bär, wo er denn heute gerne spazierengehen möchte. Dann ratterte es eine Weile, bis er vorschlug, sie könnten mal wieder an die Eider fahren. Blaue Feder war sehr angetan von seiner Idee.

Die Eider ist wohl der längste Fluss in Schleswig Holstein. Die Eider entspringt zwei Quellteichen südlich von Kiel, dem See am Forsthaus Mannhagen bei Schönhagen und dem Heickenteich beim Ovendorfer Redder. Die BroklandSau mündet auf halber Höhe zwischen Delve und Friedrichstadt in die Eider. Auch die Gieselau fließt in die Eider. Zusammen fließen sie dann auf der Höhe von Tönning in die Nordsee. Der Name leitet sich wahrscheinlich von Egidor ab und bedeutet Fluttor, und spielt auf den Meerriesen Aegir an, der für die Fluten und die damit verbundenen Schrecken verantwortlich gemacht wurde.

So säumt die Eider als Flutschutz ein langer Deich, auf dem man prima spazierengehen kann, mit Blick auf die Eider auf der einen Seite und mit Blick auf den Delver Koog auf der anderen Seite. Auch das Eider Sperrwerk an der Nordsee wurde gebaut, um die Fluten einzudämmen.

Grau war es, als sie loszogen. Doch hinter dem Hochnebel, gab es eine Ahnung von Sonne. Sie fuhren nach Delve. Das war nur fünf Dörfer weit – Süderheistedt – Linden – Glüsing – Hollingstedt – Delve. Etwa eine Viertelstunde mit dem Auto. In Delve begrüßte sie die Dorfbuche, eine stattlich Rotbuche. Delve ist ein hübsches Dorf mit vielen alten reetgedeckten Häusern. Angefangen von den Fischerkaten in der Nähe des Eiderufers bis hin zu großen Gehöften am Rande des ehemaligen Ortskerns. Die Sankt-Marien-Kirche ist eine Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert. Die Gemeinde lebte lange von der Reetmahd im Delver Koog, der heute zum Teil Naturschutzgebiet ist.

Am historischen Höft, gleich neben dem Campingplatz Eidertal gibt es einen Kanuverleih. Hier haben sich Blaue Feder und Brauner Bär im Sommer schon mal ein Kanu geliehen und sind die Eider hochgeschippert und hier parkten sie ihr Auto.

Als sie auf den Deich gingen, war es windstill. Es war leicht neblig und sie tauchten in eine friedvolle und stille Athmosphäre. Sie waren froh, dass sie sich aufgemacht haben. Gleich zu Beginn grüßten sie ein kleines Wesen. Es zeigte ihnen nur seinen Rücken und grüßte auch nicht zurück. Es beobachtete wohl die Enten. Sie wollten seine Stille nicht stören. So gingen sie weiter und unterhielten sich von nun an nur noch im Flüsterton. Auch sie wollten den Frieden der Stille nicht brechen.

Der Deich wird hier gesäumt von beeindruckenden alten Pappeln, Weiden und Erlen. Die Eider lag still da und so spiegelten sich die Bäume wunderbar in seiner Oberfläche.

Während Brauner Bär von einem Tiny-Hausboot auf der Eider träumte untersuchte Blaue Feder Fauna und Flora.

Sie wurden von einem Schwarm Wintergoldhähnchen begleitet.

Blaue Feder war begeistert von den alten Bäumen. Als sie das letzte Mal hier gewesen waren, hatten hier die Krähen ihre Horste. Sie waren nun weiter ins Dorf gezogen.

Im Delver Koog schnatterten die Gänse. Immer mal wieder landeten welche oder wurden unter lautem Geschnatter aufgescheucht.

Sie beobachteten aus der Ferne wie sich ein Auto bei einem Wendemanöver im Koog festfuhr. Schon bald kam ein Traktor und zog die Liegengebliebenen aus dem moorigen Boden. Sie waren froh, dass sie selbst nicht in den Koog gefahren waren.

Auf dem Deich eröffnete sich noch einmal eine ganz neue Perspektive. Unter anderem fand Blaue Feder heraus wie sie Panorama-Bilder machen konnte mit ihrer Kamera – eine nette kleine Spielerei.

Das sind wohl die Wassermann-Ernergien, die solche Spielereien hervorlocken.

Glücklich und erfüllt von der Stille wanderten sie wieder zurück.

Sie beobachteten noch zwei Schafe, die wohl mehr im Spaß ihre Kräfte maßen.

Sie tauchten noch einmal auf dem Bootsteg in das Panorama. Aber der Zauber wie zu Beginn hatte sich etwas verloren.

2 Kommentare zu „Bi Delve op’n Diek

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