Mit Engeln telefonieren

Fortsetzung ‚The Tri-coloured House‘ 21

Die Nacht war unruhig. Als Blaue Feder nachts aufwachte, lag Brauner Bär in Regenjacke und Jeans neben ihr im Bett. Er hatte am ganzen Körper einen Ausschlag. An Schlafen war nicht mehr zu denken. Am Morgen erzählte er dem Herbergsvater davon. Der war plötzlich sehr zuvorkommend und gab ihnen gleich ein anderes Zimmer. Dort fühlte es sich tatsächlich angenehmer an.

Als sie zum Frühstück kamen, fragte der Herbergsvater auch Blaue Feder wie es ihr ginge. Sie wollte sich nicht auf ein Gespräch einlassen und sagte nur kurz: ‚I am fine‘. Brauner Bär, der hinter ihr ging sagte: ‚And I am the Diva‘. Alle lachten herzlich.

Gleann Bheatha – ‚Das Tal des Lebens‘ oder ‚Das Tal der Birke‘

Nun wartete der Glenvaigh Nationalpark auf sie. Zunächst fuhren sie eine lange Zeit durch eine karge, nicht enden wollende Steinwüste, als sich plötzlich ein wunderschönes Tal vor ihnen auftat.

Sie kamen aus dem Staunen nicht mehr raus. Sie hatten ja nicht vermutet, dass sie im Paradies landen würde.

Blaue Feder konnte keine Elfen sehen, aber hier konnte sie sie spüren. An einer Stelle auf dem Weg zum Schlosspark lockten sie Blaue Feder zu einer Quelle. Brauner Bär war vorgegangen und sie wäre gerne noch länger geblieben an diesem wundersamen Ort.

Der Schlossgarten war ein Traum – ein Farbenmeer an exotischen und hiesigen Pflanzen. Ein versteckter Garten mit vielen Plätzen zum Niederlassen, wären da nicht die Mitches – kleine fiese Mücken – gewesen. Es gab Blauen Mohn wie er im Himalaya wächst. In diesem Garten müssen Engel am Werk gewesen sein und Blaue Feder sah eine Frau, die gerade mit einem Engel telefonierte.

Eine Führung durch das Schloß mit den Elfenbildern konnten sie nicht machen. Da hätten sie sich vorher anmelden müssen und eigentlich waren sie auch schon mehr als voll, mit schönen Eindrücken.

In einem Hinterstübchen schwirrte Blaue Feder noch der Beltany Steinkreis im Kopf herum.

Leitir Ceanainn

Sie fuhren erst einmal nach Letterkenny. Letterkenny ist die größte Stadt im County Donegal. Dort fanden sie nach langem Suchen ein kleines Musikgeschäft und deckten sich mit ein bisschen Musik für das Autofahren ein. Der junge Mann im Laden war begeistert von ihrem Musikgeschmack und so kamen sie ins Gespräch. Er erklärte ihnen auch den Weg zum Beltany Steinkreis. Der Name Beltany geht wohl auf das keltische Fruchtbarkeitsfest Beltaine zurück. Doch waren die beiden Reisenden zu müde, hatten Hunger und der Verkehr in Letterkenny war ihnen einfach zu heftig. Den kommenden Tag würde ihnen auch wieder eine lange Fahrt bevorstehen.

So suchten sie sich ein kleines Restaurant und aßen in netter Gesellschaft eines alten Mannes zu Abend. Er hatte ein paar Brocken Deutsch aufgeschnappt und gefragt, ob er sich zu ihnen setzen durfte. Er hatte eine zeitlang in Deutschland gelebt. So führten sie ein spannendes Gespräch mit Händen und Füßen und kehrten dann heim nach Dunfanaghy, in ihren Pub zum abendlichen Fußballspiel. Im Pub war eine großartige Stimmung und sie wurden einfach eingemeindet. Es gab Sandwiches und Würstchen für alle. Sie saßen gemütlich an einem Ofen und gehörten einfach dazu.

6 Kommentare zu „Mit Engeln telefonieren

    1. Irland ist bestimmt eine Reise wert, allein schon wegen der tollen Menschen. Die Reise, von der ich berichte, liegt nun auch schon vier Jahre zurück, aber ihre Eindrücke wirken immer noch nach. Allein meinen Bruder würde ich gerne mal wieder besuchen. Mal sehen wie sich alles entwickelt. Hab einen schönen Tag!

      Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s