Die Meerfrau

Fortsetzung ‚The Tri-coloured House‘ 18

Zehn Stunden hatten sie wohl geschlafen und Blaue Feder erwachte aus tiefen Träumen.

Sie träumte von einem Brettspiel. Wenn sie einen Zug setze, wurde alles für sie unternommen, dass es ihr gut ging. Absolute Fülle und Geborgenheit, egal welchen Schritt sie ging.

Im zweiten Teil des Traumes war sie in einem Kloster, in dem Königinnen ausgebildet wurden. Sie hatte nicht einmal einen Platz zum Schlafen, kein eigenes Bett. Die Königinnen waren in Zellen untergebracht, wo sie Demut lernten.

So standen Fülle und Leere einfach nebeneienander.

Ein sanfter Regen fiel und die irischen Regenhüte kamen zum Einsatz. Von einer Freundin wusste Blaue Feder um eine heilige Quelle. Elizabeth erklärte den Beiden noch einmal den Weg. Sie war direkt am anderen Ende des Strandes. Sie fuhren los, fanden aber den Weg zur Quelle nicht. Die beiden Graureiher vom Vortag standen an der Straße und winkten ihnen zu.

‚Chilldamhnait

Sie folgten ihren Impulsen und nahmen eine Straße, die zum südlichen Ende der Insel führte und zu einem alten Friedhof. Dort gab es eine Kapelle ohne Dach mit einem Altar, auf den die Menschen Steine legten.

Blaue Feder ging an den Strand und fand einen weißen, einen roten und einen schwarzen Stein und eine weiße Feder. Sie legte ihre Steine zu den anderen auf den Altar und die weiße Feder zu einer Marienfigur, die in einer Nische stand. Die kleine Kapelle war wie ein Kreuzgang angelegt.

Chilldamhnait‚ selbst bedeutet die Kirche der Dymphna. Dymphna kam aus dem alten Königreich Oriel. Ihr Vater herrschte dort als König. Er wünschte sich seine Tochter als Nachfolgerin. Sie wollte es nicht und so floh sie nach Achill. Sie gründete die Kirche im 7. Jahrhundert und half in dieser Kirche den Kranken.

Nur einen Katzensprung weiter fanden die beiden Reisenden den Steinturm der Piratenkönigin Grace O‘ Malley. Gleich zwei wunderbare Orte nebeneinander, wo starker, freie Frauen gewirkt haben.

Sie folgten weiter dem Lauf der kleinen Küstenstraße, stiegen hier und dort einmal aus.

‘Tra na Coime’

Geschützt zwischen steilen Hängen lag ein weißer Strand ‚Keem Strand‚, wie er weißer nicht sein kann. Die umliegenden Hügel erstrahlen in einem satten Grün. Eine steile Serpentinenstraße führte hinunter zu Keem Strand und erinnerte die Beiden an eine andere Reise mit ähnlich herausfordernden Straßen.

Als sie glücklich unten gelandet waren, folgten sie dem Lauf einer Quelle den Berghang hinauf. Während Brauner Bär den Achill Head erklomm, verweilte Blaue Feder auf halber Höhe bei einem verfallenen Kloster und genoß die Aussicht.

Danach gingen sie zusammen an den wunderschönen Strand und Blaue Feder fand einen weißen Haifischstein. Woher sie wusste, dass es ein Haifischstein ist? Sie wusste es einfach.

Sie folgten weiter dem Lauf der kleinen, wilden Straße am Wasser und kamen von ganz allleine zu der Heiligen Quelle. Dort findet sich ein kleines ein Labyrinth und ein Turm aus Steinen. Für das äußere Auge ist der Ort wohl eher eine Enttäuschung. Jedenfalls war Brauner Bär genervt. Sie stritten sich, was sie eher selten taten. Blaue Feder spürte eine schöne Energie. Sie ging allein zur Quelle, trank ein paar Schlucke und bat um Heilung, während Brauner Bär im Auto vor sich hinbrummte.

Sie waren einfach schon übervoll mit Eindrücken und fuhren heim. Die Energien an diesen Orten, durften sie nicht unterschätzen. Sie brauchten eine Pause und schliefen daheim sofort ein. Vorm Abend-b-rot gingen noch einmal an ‚ihren‘ Strand.

Der Abend war versöhnlich und sogar die Sonne kam raus. Später genossen sie die Kochkunst von John. Er kochte ein wunderbares Fischgericht mit Blumen und Kräutern. Alles was sie in den Mund nahmen, war eine Geschmacksexplosion im Mund – zart und wunderbar. Wer jemals im Bervie übernachtet, sollte sich das nicht entgehen lassen.

Blaue Feder erzählte der Herbergs-Mutter ihre Träume. Blaue Feder hatte bei ihr ein Gefühl, als würde ihre Großmutter vor ihr stehen. Das war wohl die Energie ihres Namen, denn ihre Oma hieß auch Elisabeth. Elizabeth drückte ihr ein Buch über Achille Island in die Hand. Die beiden Frauen strahlten sich an. So klang wieder ein Tag aus im wunderbaren Irland.

2 Kommentare zu „Die Meerfrau

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