Mit den Augen des Bären

Am Morgen stehen die Venus und die Mondin dicht beieinander. Was sie wohl aushecken? Sie stehen auf den letzten Graden der Waage. Es sieht schön aus wie sie beieinander stehen.

Es ist Freitag der 13.

13 Monde feiern die Frauen. Die 13. Fee bringt etwas Unerwartetes. Es braucht Mut sie einzuladen. Nur die Mutigen, die mit Forschungsgeist und Abenteuersinn laden sie als Gästin ein. Warum ist das so? Vielleicht wäre die Geschichte anders verlaufen, wäre sie 13. Fee gleich eingeladen worden. Dies war ein spannendes Feld zu erkunden.

Blaue Feder zieht sich rasch an. Der Tag ist noch jung und sie möchte dieses Feld erforschen. Am Ende des Weges sitzt still ein Fasan. Das ist ungewöhnlich, laufen sie doch sonst sofort schreiend fort. Blaue Feder kommt an einen Baumstumpf vorbei, der rundum wieder neue Blätter ausschlägt. Es könnte ein Feenreich sein mit einem Schloss.

Als sie auf das freie Feld kommt, fällt ihr zuerst der Himmel auf. Er schaut aus, als würden große Feen den Tag bereiten – hier und dort ein bisschen Feenstaub verstreuen. Ein paar Kiebitze fliegen auf. Kiebitze um diese Jahreszeit? Konnte das sein? Vielleicht hatte sie sich getäuscht.

Eine schwarze Krähe ruft ihr hinterher. Blaue Feder dreht sich um. Was möchte ihr die Krähe sagen? Sie versteht sie nicht. Möchte sie sie warnen? Warum denkt sie bei einer schwarzen Krähe an Gefahr? Gleich wird Blaue Feder etwas unsicherer. Stellt sich in Frage. War sie zu forsch? Was bildet sie sich ein, die 13. Fee an den Tisch zu bitten. Hatte sie wirklich soviel Mut. Blaue Feder war etwas mulmig zumute. Hatte sie sich zu weit aus dem Fenster gelehnt? Sie war schon mutig auf ihre Weise, stellte sie fest. Wer weiß, vielleicht sagte die Krähe auch: ‚Wer sich immer an die Regeln hält, verpasst ’ne Menge Spaß.‘ Sie merkte, wie Bewertungen sie verunsicherten.

Ein Buntspecht saß in den Weiden und sagt kurz: ‚Komm mit‘ und fliegt mit ihr ins Moor. Der Birkenwald erstrahlt im goldenen Licht der Sonne, die langsam aufgeht. Blaue Feder stellt sich an den Erlensee und erfreut sich an den Spiegelungen im See. Einen schönen Sonnenaufgang hatte sie heute nicht erwartet.

Der Wind rauscht durch die Blätter. Das Luft-Element ist sehr präsent. Die Vögel sind sehr präsent, der Himmel und die Wolken. Blaue Feder verspürt eine gewisse Leichtigkeit. In dem Moment küssen Venus und Mond ihren Ascendenten am Ende der Waage.

Ein Kormoran macht auf sich aufmerksam. Er taucht unter, als er Blaue Feder sieht und taucht wieder auf. Ja, schon bald geht die Mondin in den Skorpion und es war Neumond. Als Blaue Feder an den Großen Mondsee kommt, sieht sie schon die Graue am Ufer sitzen. Zwei Blauhäher krächzen im Gebüsch, zeigen sich aber nicht. Blaue Feder dachte daran, wie sie hier die Blaue Feder gefunden hatte und den Blog ins Leben gerufen hatte. Eine Feder vom Buntspecht hatte sie noch nie gefunden. Weiß, Rot und Schwarz ist sein Gefieder mit einem Goldenen Punkt auf der Stirn.

Als sie das Moor verlässt, sitzt wieder ein Fasan auf der Wiese. Sie beobachtet ihn eine Weile, als ein Silberreiher dahinter seine Flügel groß ausbreitet und ein Stück fliegt. Schon kommt auch die Graue geflogen. Erst necken sie sich und dann fliegen sie zusammen fort. Blaue Feder wusste nicht, wer der Mann war und wer die Frau. Sie freute sich einfach, die beiden zusammen zu sehen. Sie freute sich auf Brauner Bär. Er hatte jetzt oft Kurzarbeit und hatte sie am Abend zuvor überascht.

Manchmal fehlten ihr die ‚ganz‘ freien Tage. Sie war gerne mal ganz allein. Ebenso schön war es, dass er da war und wie sie die freie Zeit genoss. Die Rehe zeigten ihre Blumen.

Beim Haus der Töpferin schaute sie, was es Neues in ihrem Garten gab. Ein Fisch im Laub gefiel ihr sehr und eine kleine blaue Eule lachte sie an. Brauner Bär war schon wach, als sie heimkam und lachte hinter der Zeitung hervor. Nun wurde zusammen gefrühstückt. Ob der Tag noch mehr Überraschungen brachte?

Blaue Feder fachte das Feuer im Ofen wieder an. Der Postbüttel hatte neue Teddy-Augen gebracht. Sie schnappte sich Emil und redete ihm gut zu. Sie gab ihm ein paar Mohnsamen und er fiel in eine tiefen Schlaf. Als er wieder erwachte, sah er die Welt wie mit neuen Augen. Was staunte er, was er alles wieder sehen konnte.

So bescherte Blaue Feder dem Bären Emil wohl die größte Überraschung des Tages. Auch nähte sie alle seine Wunden zu. Neu machen konnte sie sich nicht. Er war eben ein alter Bär. Auch der schiefe Mund blieb. Der gehörte einfach zu ihm.

Zusammen verbrachten sie den Tag im Atelier und Emil schaute zu, wie Blaue Feder Feenschmuck bastelte. Er schaute sie aus seinen braunen Bärenaugen an und musste lachen, als am Ende des Tages alle ihre Finger golden leuchteten von der Farbe, mit der sie Mohnkapseln anmalte.

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