Draußen bleiben bis zur Blauen Stunde

Den ganzen Tag auf dem Popo gesessen am Computer, folgte Blaue Feder einem Impuls.

Sie fuhr in Richtung Süderholm zum Schwanensee. ‚Holm‘, heißt Insel. Dann heißt wohl Süderholm, die Insel im Süden.

Die Schwäne waren nicht am Schwanensee und so fuhr Blaue Feder eine große Runde mit ihrem Drahtesel in der Abendsonne durch das Süderholmer Moor. Vielleicht fand sie das Kalb, bei dessen Geburt sie dabei gewesen waren. Sie fand es nicht, aber andere nette Kühe, die gerne Modell standen. Heute begleiteten sie die Krähen und lachten ein wenig über sie.

Auf dem Rückweg schaute sie noch einmal auf der hinteren Gänsekuhle nach. Zwei Krähen saßen auf der Wiese. Ihr Riecher war richtig. Dort fand sie die Schwäne.

Was sie noch nicht wusste, dass die Gänsekuhle über kleine Kanäle mit dem Schwanensee verbunden war. Die Schwäne zeigten ihr den, nun nicht mehr ganz, Geheimen Weg.

Alles ist miteinander verbunden.

Nach und nach erkundete Blaue Feder die Geheimnisse dieses Ortes und tauchte in sein Gedächtnis.

Langsam ging die Sonne unter und Blaue Feder bedankte sich bei den Schwänen und verabschiedete sich. Sie fuhr für den Sonnenuntergang zum Großen Mondsee ins Ostroher Moor rüber. Noch einmal erwachte das Sommermädchen in ihr, die, die einfach nicht nach Hause wollte.

Draußen bleiben bis zur Blauen Stunde

Am Großen Mondsee erwartete sie zusammen mit zwei Rehen, die sich erst vergewisserten, ob sie eine Verbündete war, zusammen den Sonnenuntergang. Ja, sie war eine Verbündete und so grasten sie gemütlich weiter. Es war viel los im Moor. Bauern fuhren mit ihren Traktoren durchs Moor. Sie grüßten sich. Heute waren viele wie sie mit einer Kamera unterwegs und man lachte sich an.

Gleichzeitig senkte sich eine weite Stille in Blaue Feders Herz. Sie stand einfach bei den Rehen und schaute dem Sonnenuntergang zu, über ihr die Sichel des Mondes.

Was sie sah, erinnerte sie an die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche, wenn der Tag und die Nacht gleich lang sind. Wenn Oben und Unten im Gleichgewicht sind. Sie sah es im Spiegel des Mondsees.

Als die Krähen heim flogen zu ihren Schlafplätzen, flog auch Blaue Feder heim. Die Graue krächzte einmal zum Abschied. Auch sie hatte mit ihr ungesehen am Großen Mondsee gesessen. Blaue Feder wünschte Ihr eine schöne Nacht.

Sie dachte, sie hätte noch Hunger. Spürte sie genauer hin, war sie satt, so von Luft und Liebe allein. Im Dorf lachten sie die Apfelbäume im Garten des Rosenhofes an.

Das wollte Blaue Feder noch gerne mit Euch teilen. Nun aber schnell ins Bett. Sie muß morgen früh raus.

Süße Träume

10 Kommentare zu „Draußen bleiben bis zur Blauen Stunde

    1. Oh, das ist lieb. Ich bin schon mal nominiert worden und habe nicht mitgemacht, weil ich viel um die Ohren hatte. Ich schaue mal am Wochenende, ob ich eine ruhige Stunde finde. Das Foto schicke ich Dir dann auch. Herzensgrüße, Susanne

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      1. Ja, das sagst du recht. Und doch kommt manchmal für den aufmerksamen Betrachter etwas zwischen den Zeilen mit hindurch, das da nicht steht, zumindest nicht in Buchstaben 😉

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      2. Ich glaube, ich ahne, was Du meinst. Ich brauche manchmal erst ein wenig Abstand zu dem Geschriebenen. Wenn ich schreibe, merke ich das nicht. Das ist wie beim Malen, es fließt einfach und hinterher wundere ich manchmal.

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