Vom Umgang mit dem Zorn

Im vergangenen Jahr musste die Blaue Feder lange suchen, bis sie ein Johanniskraut im Tal BroklandSau fand. Mit dem Sommermädchen war sie auf Spurensuche gegangen.

https://blauefeder.home.blog/2019/06/28/auf-den-spuren-des-sommermadchen/

In diesem Jahr war es einfacher. Es hatten sich viele Johanniskräuter in ihrem Garten ausgesät und es wuchs überall in den Wiesen.

Hier im Norden geht ja alles etwas langsamer. So fängt das Johanniskraut erst jetzt langsam an zu blühen. Blaue Feder nahm sich ein paar Büten und kochte einen Tee auf. Eine Sonne erschien in ihrem Herzen und sie hatte das Gefühl, sie wurde von dem Kraut über die Wolken gehoben, die ihr die Sicht verbargen und sie konnte die Sonne wieder sehen.

Es ging Blaue Feder in dieser Woche nicht gut. Die Schmerzen waren zurückgekehrt. Blaue Feder kannte diesen Schmerz von Klein-auf-an und manchmal war sie es leid. Seit sie eine junge Frau war, schaute sie sich an, machte Therapien und meditierte, aber der Schmerz kam und ging wie ein guter Freund. Die Ärzte hatten nie etwas finden können. Das beruhigte Blaue Feder und so versuchte sie sich mit ihm anzufreunden. Das ging mal besser und mal schlechter.

Schaute sie in die Sterne, gab es einen Planteten, der mit diesem Schmerz einherging. Es war Chiron, der verwundete Heiler. Schaute Blaue Feder in die Stunde ihrer Geburt, so stand er direkt auf ihrer Sonne. Sie reagierte stark auf alle Bewegungungen, die dieser Planet machte. Einst malte sie ein Bild vom Chiron.

Chiron wurde am 11. Juli 2020 wieder rückläufig und seitdem lag der Schmerz ihr wieder in den Knochen. Die Knochen speichern all unsere Erinnerungen.

Jedes Jahr, um die Sommerzeit wird Chiron rückläufig. Die letzten Jahre beleuchtete er dabei die ersten Grade im Widder. Als die Schmerzen gar zu schlimm wurden, bat Blaue Feder am Abend um Heilung. In der Nacht erschienen im Traum verschiedene Heiler. Zuerst kam ‚Dr. Moreau‘ aus der Fernsehserie ‚In aller Freundschaft‘ und sprach ihr gut zu. Blaue Feder schaute diese Serie ganz gerne mal. Der Traum endete ziemlich lustig.

Dann kamen zwei Indische Lehrer. Einer nahm ihre Füße, während der andere sie im Arm hielt. Blaue Feder war ganz berührt von soviel Anteilnahme. Dann erschien noch eine Dakini. Eine wilde Frau mit etwas ungewöhnlichne Heilungsmethoden. Blaue Feder fasste sich im Traum ein Herz und fragte sie, ob sie sie ausbilden würden. Sie willigte ein, aber dann müsse Blaue Feder nach Amerika kommen.

Blaue Feder schlief in dieser Nacht 12 Stunden und am kommenden Tag waren die Schmerzen nicht ganz fort, aber wesentlich besser zu ertragen

Blaue Feder und Amerika passten nicht wirklich zusammen. Blaue Feder flog nicht gerne und nach Amerika zog sie so garnichts. Aber sie machte sich auf die Suche nach Einer, die sich mit Dakinis auskannte und wurde fündig. Es konnte eigentlich nur Tsültrim Allione sein, die sich mit dem Thema auskannte. Viele kennen bestimmt ihr Buch: ‚Die Dämonen füttern‘. Nun gibt es ein neueres Buch über die ‚5 Dakinis‘.

Im Traum flogen rote Vögel im Dreieck über Blaue Feder hinweg. Das war vielleicht ein Hinweis.

Blaue Feder wird wohl nicht nach Amerika reisen; jedenfalls nicht im Flugzeug. Aber das Buch über die fünf Dakinis wird sie lesen.

Seit einiger Zeit beschäftigte sie sich mit dem Umgang von Zorn. Wer Blaue Feders Geschichten liest, könnte meinen, sie wäre immer ausgeglichen, lieb und nett. Aber gerade durch die Wechseljahre kamen andere Seiten zum Vorschein, die sowohl ihre Umgebung, als auch Blaue Feder selbst verwunderten.

Der Zorn und der Schmerz fuhren dabei zusammen in einem Boot.

Blaue Feder hatte sich eine Zeit lang eine Coachie an die Seite geholt und hatte zu der Geschichte: ‚Der Kragen des Bären‘ von Clarissa Pinkola Estès gerabeitet.

In ihrem Buch, ‚Die Wolfsfrau‘, lotet sie die Grenzen des Zorn und der Vergebung aus. Das Kapitel trägt die Überschrift: ‚Das Territorium markieren.‘

Gestern beobachte Blaue Feder in ihrem Garten wie der schwarze Kater Fidelius sein Revier markierte. Max musste momentan sein Revier gegen zwei Kater aus der Nachbarschaft verteidigen. Der Schwarze war ganz nett, aber der getigerte Kater eher weniger.

Blaue Feder suchte ihren Umgang mit dem Zorn.

Wie in dem Buch die Wolfsfrau trank sie erst einmal eine Tasse Tee mit ihm und bat die Heilerin hinzu.

Es gibt in dem Buch eine Übung, die nennt sich ‚Descansos‘. ‚Descansos‘ sind kleine symbolische Denkmäler für alles, was uns jäh entrissen wurde und das Leben verändert hat. Es geschehen immer wieder Dinge im Leben, die Träume und Hoffnungen zerschlagen. ‚Descansos‘ sind einschlagende Erlebnisse, die unser Leben verändert haben. Kein Mensch kann sich ohne solche einschneidenden Erlebnisse individualisieren und dennoch sind es Verluste, die gewürdigt und betrauert werden müssen. Tausend Tode sterben wir im Leben, um uns auf den einen Tod vorzubereiten. In jeder Lebensphase verabschieden wir uns von alt Vertrautem.

Blaue Feder stellte ihre ‚Descansos‘ auf. Sie schaute sich an, welche Steine ihr in den Weg gelegt worden waren und dankte ihnen. Sie schaute sich die Kreuzpunkte an, wo ihr Leben anders verlaufen war, als sie es sich gedacht hatte. Sie hatte ihre ‚Descansos‘ im Kreis ausgelegt. Als sie sich ihre Aufstellungsarbeit anschaute, sah sie, dass sie weitgehend ihr Horoskop gelegt hatte und wieder einmal mehr sah sie den Roten Faden, der sich durch ihr Leben zog. Ihn ab und an mal in der Hand zu spüren, tut ganz gut.

Sie machte diese Übung nicht alleine und sie war dankbar für die Schwester an ihrer Seite, die sie durch diesen Prozess begleitete und den Raum für sie hielt.

Auch lud sie die Göttin der Weisheit und der Nächstenliebe dazu ein.

Nun würde Blaue Feder weiter geduldig mit dem Wüstling kommunizieren und ihre Erfahrungen ins Dorf, in ihren Alltag, tragen.

Sie merkte, im Zorn war viel Energie gespeichert. Dieses Thema war mit starken Abwertungen versehen. Eine zornige Frau war gleich eine ‚Hexe‘ im negativen Sinne oder anderes.

Sie war gespannt auf das Buch von Tsültrim Allione. Sie würde es wohl mit in den Urlaub nehmen.

Blaue Feder trank den Johanniskraut-Tee auch manchmal abends vor dem Zubettgehen. Doch ihres war das nicht, zum einen, weil er stark entwässert und auf sie wohl eher eine anregende als eine beruhigende Wirkung hat. Kurz, sie kann mit dem Tee nicht schlafen.

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