Wenn ein Frosch ins Leben hüpft

Fortsetzung ‚The Tri-coloured House‘ 8

Die Geschichte von Egon, Hugo und Gloria

Manchmal suchte Blaue Feder nach einem Märchen, in dem sie sich spiegeln konnte.

Als hätte Brauner Bär es in ihrem Herzen gelesen, schenkte er ihr zum Geburtstag ein großes Buch. Eine Studienkollegin hatte es illustriert. Es war das Märchen vom ‚Frosch-König‘.

Blaue Feder las die Geschichte und blieb mit ein paar Fragen zurück: ‚Warum wirft die Königstochter den Frosch an die Wand?‘ Wieso ist sie so aggressiv? Hätte sie ihn nicht mit ihrem Herzen erkennen und wachküssen können? Warum klappt das mit dem Frosch-Küssen so oft nicht?

Sie näherte sich dem Thema wie es ihre Art war, mit Nadel und Faden und nähte einen Frosch.

So hüpfte der Frosch in Blaue Feders Leben.

Die Geburtstagsluftballons hatten noch nicht alle Luft verloren, da erblickte Egon das Licht der Welt. Er hüpfte auch gleich durch das Atelier, schaute sich alles an, hüpfte weiter durch das Haus und in den Garten. Man merkte gleich, er war ein richtiger Weltenbummler, mit der Sehnsucht im Herzen neue Welten zu erforschen. Als es Anfing zu schneien, saß er voller Erstaunen am Fenster.

Weltenbummler bleiben nicht lange an einem Ort. Eines Tages kam die Alte Mutter und der Alte Vater zu Besuch. Egon nutzte die Möglichkeit die Welt zu entdecken und war auf und davon.

Blaue Feder ging wieder in ihr Atelier, nähte weiter und Hugo wurde geboren, ein Maien-Frosch. Es war schon erstaunlich. Egon und Hugo sahen gleich aus und doch waren sie vom Wesen ganz unterschiedlich. Hugo war irgendwie seßhafter und gemütlicher. Er liebte Kühe, einen frisch gemahlenen Kaffee, lauschte gerne schöner Musik und sehnte sich nach einer Gefährtin.

So nähte Blaue Feder nach all den Fröschen – sie nähte noch ein paar mehr für die Freundinnen zum Küssen – eine Kröte.

Es war zur Zeit der Apfelblüte, genau wie jetzt, als Gloria in Hugos Leben hüpfte.

Die Beiden sahen sich, waren von da an unzertrennlich und surften von-nun-an gemeinsam durchs Leben.

Blaue Feder konnte nun aufhören Frösche zu nähen. Bei ihr ging es wohl mehr um die Kröte. Es war eine Kröte, die ihr die Weiße Frau vom Alten Weißdorn in die Hand gelegt hatte.

Mit Gloria ging ihre Reise nun weiter.

Die schöne Ausgabe vom ‚Froschkönig‘ hat die Studienkollegin Henriette Sauvant illustriert. Sie hat auch andere Märchen wie ‚Allerleirauh‘ und ‚Die SiebenRaben‘ mit zauberhaften Bildern versehen, die Blaue Feder alle sehr mochte.

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