Wie klingt der Mai?

An einem schönen Morgen erwachte Blaue Feder mit einem Lied. Sie summte es vor sich hin wie eine Hummel. Besonders eine Zeile hatte es ihr angetan.

No need to run and hide – It’s a wonderful wonderful life‘

Sie summte es auch Brauner Bär vor und er meinte, es sei von David Sylvian aus ‚Secrets of the Beehive‘. Blaue Feder schaute in die Weltenkiste, fand das Lied bei Katie Melua und es hieß ‚Wonderful life‘. Wo sie es wohl gehört hatte?

Als sie über die Schwelle ging, kam ihr die Frage: Wie klingt der Mai?

Im Garten stand sie eine Weile beim Windspiel und betrachtete den violetten Flieder, der gerade erblüht war.

Auf ihrem Weg zum Maien-Klang begegnete Blaue Feder einem ‚Naseweiß‘. Es verzauberte sie.

Sonne und Mond lachten ihr zu.

Die Sternmieren begrüßten sie im Wald und eine kleine blaue Glockenblume.

Wieder besuchte sie den Maiglöckchen Wald hinter den leuchtend grünen Farnwedeln. Ein paar Kohlmeisen gaben ihr den Rat. ‚Mach langsam!‘

Ob die Glöckchen schon klingen? Hier im Norden hat ja alles etwas mehr Zeit. So waren sie auch noch nicht ganz erblüht. Doch hörte sie schon ihren zarten Klang und nahm ein Bad im Duft der ‚Lilien der Täler‘. So wurden die Maiglöckchen früher benannt.

Sie setzte sich zur alten Silberpappel. Sie spürte den Waldboden unter sich und die Pappel im Rücken. Blaue Feder hatte etwas Kopfschmerzen. Sie schloss die Augen, tauchte in die Klänge des Waldes und war einfach nur da.

Eine Heuschrecke schreckte sie ein wenig auf, als sie auf ihre Schulter hüpfte. Sie öffnete die Augen. Eine kleine Maus saß ganz nahe bei ihr und sie schauten sich in die Augen. Blaue Feders Herz hüpfte. Erdhummeln flogen durch den Wald und ein kleiner Käfer schimmerte Gold Blau im Licht der Sonne.

Die Maus huschte über einen alten Birkenstamm und verschwand im Maiglöckchenwald. Mal schien die Sonne und mal nicht. Es tat so gut, einfach eine Weile zu sitzen, zu atmen und zu lauschen. Zu erkunden wie belebt die Welt drumherum ist. Welche kleinen Wesen sie bevölkern. Einfach da zu sein wie die kleine Maus. Es fühlte sich an wie Heimkommen.

Die Wolken zogen sich zusammen und die Pappel riet Blaue Feder heimzugehen. Sie war eine Schwester der Weide. Schon als Kind ging Blaue Feder gerne zu den Weiden. Es fing an zu regnen. Der Regen hatte die letzten Tage einiges in den Fluss gebracht. Die Sonne hatte lange geschienen und die Erde war trocken. Dankbar nahm sie das Nass auf.

Auch etwas durchnässt, aber glücklich und ohne Kopfschmerzen kam Blaue Feder heim. Genau pünktlich zur Kaffee-Zeit.

Mittlerweile hatte Blaue Feder nun um ein paar Ecken herausbekommen, dass sie das Lied zusammen mit Brauner Bär im Auto in der Originalversion von Black gehört hatte. Ein wunderbarer Song.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s