Das Land unter dem Mondregenbogen

In der Nacht war Blaue Feder draußen bei der vollen Mondin und ‚ihrer‘ Eiche. Es war fast taghell draußen. Ein weißer Bogen spann sich über das Dorf. Sie dachte erst, es sei ein Kondensstreifen, aber er war halbrund. So etwas hatte Blaue Feder noch nie gesehen. Wie ein Regenbogen nur in der Nacht – vielleicht ein Mondregenbogen. Sie konnte ihn mit der Kamera nicht wirklich einfangen, stand sie doch direkt darunter. Was immer es war – der Moment war wunderschön.

Sie hörte die Schleiereule rufen. Bisher war sie ganz still gewesen. Der Schrei einer Schleiereule in der Nacht ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Hier ein Beispiel:

http://www.deutsche-vogelstimmen.de/schleiereule/

Am Morgen stiefelte Blaue Feder los – noch einmal mit der Frage im Herzen. ‚Wer sind ‚Wir‘?‘ Mit ihrer Frage ging sie über die Schwelle. Beim kleinen Holzhaus am Ortseingang war wieder eine Fahne gehisst. Heute eroberte sie mal wieder Kolumbien. Der Morgennebel lag über dem Tal der BroklandSau.

Sie schaute sich das Schwarz-Weiße Tor von hinten an. Es hatte seine Farben verloren.

Ein Bauer fuhr mit seinem Traktor durch den Nebel. Blaue Feder ging durch den Weißdorn-Weg und tauchte in eine Welt aus Nebel und Spinnweben.

Sie saß einfach an der BroklandSau und lauschte den Rohrammern.

Sie hatte mal wieder nasse Füße und war glücklich. Die Frage hatte sie unterwegs irgendwo verloren. Manche Fragen erübrigen sich wohl, wenn wir ins Jetzt tauchen.

Blaue Feder saß an ‚ihrem‘ Fluß und lauschte in den Morgen hinein.

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