‚Born to be wild‘

Fortsetzung ‚TheTri-coloured House‘ 7

Es war die Zeit der Tanzenden Schneeglöckchen. Blaue Feder ging ihre Runde. Auf ihrem Weg gab es einen kleinen wilden Wald. Schon oft hatten sie die alten Bäume angelacht und sie eingeladen hereinzukommen.

Wie ein kleiner Märchenwald lag der Wilde Wald vor ihr. Welche Geheimnisse und Überraschungen würde er wohl bergen? Im Märchen wirken die Wunder im Wald. Er bietet uns seinen Schutz an und doch, wer hineingeht, wird sich wandeln – das ist sicher!

Heute also, folgte Blaue Feder der Einladung.

Ein Bild, das draußen, Gras, grün, sitzend enthält.

Automatisch generierte Beschreibung

Sie kletterte durch eine Geißblatt-Hecke. Im Sommer war alles noch viel mehr zugewuchert. Dann wuchsen hier die Brombeeren wild. So kam Blaue Feder recht gut hinein. Auch hatte sie das Gefühl, dass ihr die Zweige halfen.

Sie landete auf einer kleiner Lichtung. Dort stand ein großer alter Weißdornbaum, umringt von alten Weiden. Blaue Feder kannte die Weißdornbüsche, die das Dorf umfriedeten, aber einem so großen Weißdorn war sie noch nicht begegnet. Sie begrüßte den alten Baum.

Neben dem Baum stand ein großer Käfig. Das war schon etwas unheimlich. Was sollte dieser große Käfig hier? Wie ein Mahnmal stand der alte Käfig dort. Er war leer und die Tür offen. Wie eine Erinnerung der Wilden Natur, die nicht im Käfig eingesperrt sein mochte. Ein wildes Tier sperrt man nicht in einen Käfig!

Blaue Feder schloss die Augen und der Alte Weißdorn stellte sich ihr als Bären-Mutter vor.

‚Grizzly‘ war ihr Name. Blaue Feder sah den Geist des Baumes aber nicht als Bären, sondern als eine Weiße Frau. Vielleicht konnte sie auch ihre Gestalt wandeln. Wer weiß das schon?

Sie blieb lange bei dem Weißdorn stehen und Blaue Feder wusste nicht mehr, was sie damals sprachen. Sie fühlte nur, dass Blaue Feder damals traurig war und vielleicht nicht so genau wusste wie ihre Geschichte nun weiter ging

Die Weiße Frau sagte zu Blaue Feder. ‚Reich mir Deine Hände.‘ Sie legte ihr etwas hinein. Als Blaue Feder ihre Händen öffnete, saß eine Kröte darin. Das war nun ihre Medizin, mit der sie dieses Jahr weiter gehen würde. Blaue Feder bedankte sich sehr. Die Alte vom Weißdorn sagte ihr, sie könne jederzeit wiederkommen, mit ‚jedem‘ Herzeleid. Mittlerweile weiß nun Blaue Feder, das Weißdorn-Bäume sehr heilkräftige Bäume sind, die sich unserer Herzen annehmen. Blaue Feder fragte, ob sie auch Brauner Bär mit hierher bringen dürfte. Ja, das durfte sie.

Sehr berührt ging sie nach Hause. Sie erzählte Brauner Bär von diesem wunderbaren Ort und sie gingen die Tage noch einmal zusammen dorthin. Er war genauso begeistert. Blaue Feder fühlte sich wie Dornröschen, die nach einem 100jährigen Schlaf erwachte.

Als Blaue Feder und Brauner Bär aus dem Weißdornhain wieder heraustraten, sahen sie einen schneeweißen Vogel auf der Wiese sitzen. Das war schon etwas unwirklich. Noch nie hatten sie einen so schönen weißen Vogel hier gesehen. Vielleicht war es auch ein Grauer Reiher, der im Licht nur weiß erschien. Wie auch immer – von nun an wurden die Beiden von Reihern auf ihren Wegen begleitet. Irgendwann einmal traf Blaue Feder die Frau mit Pelle, die auch erzählte, dass die weißen Reiher in diese Gegend zurück gekehrt waren. Auch sie sah den Weißen Reiher zusammen mit einem Graureiher.

Blaue Feder hatte den Eindruck, die Bären-Mutter und die Vogel-Mutter waren die Gleiche.

Brauner Bär verzog sich gleich in sein Atelier.

Blaue Feder zog aus ihrer kleinen kuscheligen Winterhöhle in ihr großes neues Atelier. Sie streckte, schüttelte, rüttelte sich wach und brachte die müden Glieder vom Winterschlaf wieder in Bewegung – Ah, hier gab es Platz zum Malen, zum Nähen, zum Träumen, zum Tanzen, zum Singen, zum Feiern, zum Vor-sich-Hinschauen, zum Musik-Hören und zum Spielen.

Es war ungewohnt in einem so großen Raum zu arbeiten. Fünf Jahre hatten sie gebaut und nun hatte Blaue Feder ihr eigenes Atelier. Ein Traum war in Erfüllung gegangen. Hier konnte sich ihre Seele ausbreiten. Hier gab es Raum. Hier konnte sie Sein. Hier schien die Sonne und verzauberte den Raum mit ihren Lichtspielen. Hier konnte sie Wildnis entdecken. Hier fühlte sie sich wohl und hier können Begegnungen stattfinden. Wie schön!

Von nun an besuchte Blaue Feder den Weißdorn regelmäßig. Sie nahm auch die Freundin mit hin. Die war auch sehr beeindruckt von diesem Ort. So kam es, dass der wilde Wald bei allen dreien Spuren hinterließ. Diese Spuren würden später in einer Ausstellung zu sehen sein.  

Etwas Neues hatte sich in Blaue Feders Leben geschlichen – etwas Wildes – etwas Unbekanntes. Sie fing dann das Erlebte zu nähen.

An einem 1. April wie heute beendete sie ihr Bild und mit ihm war die Wilde Frau in Blaue Feder erwacht.

Born to be wild

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