'Lisa Wippsteert' ist wieder da

Blaue Feder putzte gerade die Gartenmöbel, als Lisa ein paar Runden im Innenhof drehte. Dann setzte sie sich aufs Dach. ‚Lisa Wippsteert‘ ist eine Bachstelze. Jedes Jahr kommt sie wieder auf den Schwalbenhof zum Nisten.

Blaue Feder freute sich sehr ihre Freundin wiederzusehen. Gut schaute sie aus und sehr erholt. Lisa erzählte, sie hätte eine schöne Zeit im Süden gehabt.

Dann wurde geratscht und getratscht, wie es bei Freudinnen eben so der Fall ist. Es war doch einiges geschehen im Winter. Eine Schleiereule hatte den ganzen Winter im Stall gewohnt. Das war ganz wunderbar. Sie hatte Blaue Feder viele Geschichten erzählt, hatte aber auch ganz schön viel Dreck hinterlassen. Deshalb war Blaue Feder gerade am Putzen. – Nein, der Hausrotschwanz war noch nicht wieder da. Ein paar Blaumeisen bauten schon ihre Nester und natürlich auch die Spatzenbande.

Lisa nistete immer an einem Belüftungsschacht im Stall. Vor drei Jahren hatten Blaue Feder und Brauner Bär eines ihrer Küken gerettet. Es war in den Stall gepurzelt. Blaue Feder war im Garten und ‚Lisa‘, ganz Löwenmutter, machte solange Terz bis Blaue Feder und Brauner Bär ihr Küken im Stall gefunden und rausgesetzt hatten. Seither kam sie jedes Jahr wieder.

Lisa legte meist 5 bis 7 weißliche Eier mit dunklen Flecken und brütete sie etwas zwei Wochen aus. Die Jungen wurden dann noch einmal so lange von ihren Eltern im Nest mit Nahrung versorgt, bis sie schließlich ausflogen.

Lisa schaute sich ihr altes Nest an. Bachstelzen bauen ihre Nester gerne im Verborgenen, in hohle Baumstämmen, in Steinhaufen, in Holzstapeln und gerne in alten Häusern.

Ein bisschen Moos, ein paar Blätter und Grashalmen und das Nest würde wie neu aussehen. Ein bis dreimal würde sie brüten in der Zeit von April bis August, je nachdem wie schnell sie einen Liebhaber fand. Doch schaute sie so schön aus, da würde sich bestimmt bald einer finden. Bachstelzen führen eine saisonale Ehe von März bis Oktober.

Lisa fing gleich an ihr Nest herzurichten und Blaue Feder setzte sich in die Sonne.

Die Bachstelzen mit ihrem langen Wippsteert erinnerten Blaue Feder immer daran, auf ihr inneres Gleichgewicht zu achten.

Zum Neumond hatte sich Stille in Blaue Feders Herz ausgebreitet. War sie die ersten Tage im Homeoffice noch unruhig hin- un hergetigert, genoß sie jetzt die Ruhe. Die Sonne schien schon über das Scheunendach, dass sie ihren Morgen-Kaffee draußen trinken konnte. Eine Blaumeise genoß auch die Sonne und trällerte ein Lied.

Blaue Feder arbeitete Vormittags und Nachmittags und holte sich zum Mittag ein paar Kräuter aus dem Garten und kochte sich ein leckeres Kräutersüppchen.

Es gefiel ihr wie sie sich ihre Zeit selbst einteilen konnte – es gefiel ihr sehr!

Grad, wo sie das schreibt, pickte eine kleine Blaumeise an ihrem Fenster die Insekten weg. An vielen Orten wir heute Maria Verkündigung gefeiert. Hier ist noch ein Beitrag vom letzten Jahr.

https://blauefeder.home.blog/2019/03/25/der-marienkafer/

Habt einen schönen Tag!

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