Duft-Veilchenblüten-Tee

Es stürmte mal wieder im Tal der BroklandSau. Eigentlich wollte Blaue Feder den Huflattich besuchen. Doch als sie am Morgen aufwachte, goss es wie aus Eimern.

Also änderte sie ihren Plan. Sie hatte Lust zu malen, hatte ein Bild vor Augen und so heizte sie das Atelier ein. Als die erste Schicht gemalt war, musste sie trocknen. Nun schien sogar ab und zu die Sonne durch das Atelierfenster. Also ging Blaue Feder nun doch eine Runde.

Gleich beim Haus und besonders bei den Nachbarn fielen ihr die vielen Veilchen auf, die gerade blühten. Allein ihr Anblick machte schon ein zärtliches Gefühl.

Die Tigerin begleitete Blaue Feder ein Stück des Weges. Auf der Straße gab es überall neue Zeichen.

Dann ging Blaue Feder Richtung BroklandSau. Am Mast am Ortausgang wehte eine zerfetzte Fahne. Welches Land sich wohl heute zeigte? Die Sturmböen waren heftig, trotzdem setzte sie ihren Weg fort. Sie naschte ein bisschen von der roten Taubnessel, die gerade erblühte. Das gab ihr Kraft.

An der BroklandSau machten die Rehe gerade Siesta und es waren viele Gänse auf den Wiesen. Sie wollte sie nicht stören und sie entschied, heute war kein Huflattich-Tag.

Sie hatte eine Feder mitgenommen. Sie wollte sie auf der BroklandSau schwimmen lassen, um sich von etwas Altem zu verabschieden. Nun lehnte sie sich in den Wind und bat den Wind ihre Feder mitzunehmen. Der Nordwind pustete ordentlich und nahm die Feder mit sich. Das fühlte sich gut an.

Erleichtert ging sie ins Moor, wo es etwas windgeschützter war und freute sich über die Weidenkätzchen, die schon anfingen zu blühen.

Im Moor traf sie Pelle und sein ‚Frauchen‘. Sie kannte sich schon so lange, aber Blaue Feder wusste immer noch nicht den Namen vom ‚Frauchen‘. Beim nächsten Mal würde sie fragen, weil ‚Frauchen‘ hört sich ziemlich blöde an. Sie unterhielten sich ein ganze Weile während Pelle den Birkenwald untersuchte.

Blaue Feder besuchte die Haselnuss und naschte eine Blütenknospe. Versteckt auf dem Fischotterteich entdeckte sie schwarz-weiß einige Reiherenten. Zwei Herren und ein Dame. Sie schaute ihnen eine ganze Weile zu.

Heute war Freitag der 13. und an der Kuhle 13 endeckte eine Wuschel-Schlange.

Die Birken häuteten sich und das Geißblatt hatte eine Birke in einen Stanz verwandelt.

Blaue Feder saß eine Weile am Großen Mondsee. Die Sonne spiegelte sich im Wasser und der Wind peitschte über den See.

Dann ging sie heim. Rechts und links sah sie schon einige Kräuter blühen. Im Dorf lachten sie überall die Sternchenblumen an.

Zuhause machte sie eine kleine Tour durch ihren Garten und pflückte ein paar Kräuter (Brennnessel, Löwenzahnblätter, Schnittlauch) für eine Suppe. Alles fing wieder an zu sprießen. Heute gab es Möhrchen-Ingwer-Suppe mit Gänseblümchen.

Da es so viele Duft-Veilchen gab, ging sie nach dem Mittag noch einmal raus und schnitt sich eine Handvoll ab und goss sich einen Tee auf.

Allein der zarte Duft, der ihr in die Nase stieg, war schon bezaubernd. Der Tee schmeckt wohlig warm und wie soll es anders sein nach Veilchen. Wärme breitete sich in ihrem Herzen aus. Blaue Feder schloss die Augen und es war ihr, als würden kleine violette Schmetterlinge um sie herum fliegen oder kleine Elfchen. Eine setzte sich auf ihre Nase und sie schielten sich in die Augen und mussten beide lachen.

Duft-Veilchenblüten-Tee schenkt auf jeden Fall Leichtigkeit und gute Laune.  Irgendwo hatte sie mal gelesen, dass er auch bei Ängsten hilft. Das konnte sie nun gut verstehen. Vielleicht blühen deshalb gerade so viele Veilchen.

Blaue Feder würde jetzt wieder ins Atelier gehen und mit Violett weitermalen –

Duft- Veilchen-Violett!

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