Der Baum des Lebens

Fortsetzung ‚The Tri-coloured House‘ 5

Nach ihrem Besuch bei der Näh-Kundigen und mit neu erlernten Fertigkeiten, traute sich Blaue Feder an ein neues Projekt.

Der Baum des Lebens hatte es ihr angetan.

In vielen Kulturen gibt es das Symbol des Lebensbaumes. Er ist der Begleiter von Geburt und Tod. Der Lebensbaum verbindet den Himmel mit der Erde.

Bäume wurden schon immer verehrt. Bäume stellten den Mittelpunkt einer Gemeinschaft dar. Hier suchen die Menschen Rat und Kraft. Er ist die Verbindung der hiesigen Welt mit der Anderswelt. Seine Wurzeln reichen tief in die sogenannte Unterwelt, während sich die Blätter in die obere Welt erheben.

Das keltische Wort für Eiche lautet dair – im englischen door – heißt Tür oder Tor. Diese Bäume gelten als Tor in die Anderswelt.

In Irland werden bis heute die Bäume verehrt. Es gibt die sogenannten Rag Trees. Sie sind der Wohnort des kleine Volkes – Feenbäume. Meist ist ein Weißdorn oder eine Esche. Glückssuchende bringen ihnen Geschenke. So sind diese Rag Trees schon von weitem an ihrem ungewöhnlichen Schmuck zu erkennen – kleine Geschenke, Stofffetzen oder Nachrichten.

Der Baum des Lebens ist überall. Wir selbst sind dieser Baum mit unseren Wurzeln und Ästen.

Als Kind fanden wir Kraft, Stärke und ein festes Fundament unter seinen Ästen. Er begleitet uns durch Leben. Im hohen Alter legen ihm unsere Lebensweisheiten zu Füssen und träumen uns ins Jenseits.

In der Mythologie der Kelten ist die Quelle der Weisheit von 9 Haselbäumen umgeben. Ein Lachs lebte in dieser Quelle und aß von den ins Wasser gefallen Nüssen. Für jede Haselnuss, die er verspeiste, erschien ein Punkt auf seiner Haut. Wer den Lachs aß, nahm diese Weisheit in sich auf.

Wenn Blaue Feder ein Stück Fisch aß, dann gerne von einem Lachs. Vielleicht hoffte sie insgeheim, mal ein Stück von dem Lachs der Weisheit zu erhaschen.

Es wird auch gesagt, die Hasel hätte einen Untermieterin, eine weiße Schlange mit einer goldenen Krone. Auch ihr Verzehr beschenkt mit Weisheit. Wer ein Stück von ihr isst, der wird die Sprache der Tiere verstehen, mit den Naturgeistern reden und sämtliche Heilpflanzen erkennen können.

Die Sprache der Mytholgie trägt viele Bilder, die zum Weiterspinnen einladen.

Als Blaue Feder ihren ‚Singingtree‘ nähte, sah eine Künstlerfreundin das halbfertige Bild und wollte es unbedingt haben, so wie es war. Es hängt jetzt an ihrem Meditationsplatz.

Blaue Feder fehlte ihr ‚Singingtree‘ und so nahm sie die Schere und schnitt zwei Bäume aus Papier – einen ‚Weiß auf Schwarz‘ und den anderen ‚Schwarz auf Weiß‘.

Die sah ein Freund aus der Nachbarschaft und Blaue Feder gab sie dem Freund.

Dann malte Blaue Feder ihren ‚Singingtree‘ noch auf die Holzplatte ihrer Walfisch-Bar. Die war fest verschraubt.

Dort strahlt er noch heute vor sich hin.

3 Kommentare zu „Der Baum des Lebens

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