Kingfishers Secret

Einst saß Blaue Feder am Ufer der Kuhle Nr. 13. Es gab viele Kuhlen im Moor. Früher wurde hier Torf abgebaut. Nun war nach und nach eine Seenlandschaft entstanden, die vielen Tieren und Pflanzen eine Heimat bot. Jede Kuhle hatte ihren eigenen Scharm. Wenn sie an der Kuhle mit der Nr. 13 vorbei kam, wurde es meist etwas verrückt; glitt sie hinüber in eine andere Welt.

Blaue Feder fing an ein Bild zu gestalten und es wurde ein längerer Prozess.

Immer mal wieder gab es diese schönen halkyonischen Momente – Momente der Stille und Glückseligkeit. Dann fängt der Wind wieder an zu wehen – mal aus dem Osten, mal aus dem Süden, dem Westen oder dem Norden.

Der Ostwind erzählt vom Neubeginn. Denn dort geht die Sonne auf und werden die Träume geboren.
Der Südwind öffnet das Herz für die Welt des Kindes. Er erzählt vom Vertrauen in das Unbekannte. Hier forscht die Jugend.
Der Westwind bringt die Leichtigkeit. Mit ihm wird alles abgelegt, was für die Reise hinderlich ist. Er schaut ganz tief nach Innen. 
Mit dem Nordwind weht das Lied der alten Weisen herüber und der Mut den eigenen Weg zu gehen.

Ab und an gibt es auch mal einen richtigen Sturm. Davon singt die Sturmmöwe ein Lied. Blaue Feder war ihr im Sommer begegnet und sie hatte ihr ein paar Federn mit auf den Weg gegeben.

‚Wie die Sturmmöwe im Wind

die Flügel ausbreiten und sich tragen lassen‘

Blaue Feder hatte längst nicht alle Facetten dieser Geschichte erforscht. Sie würde weiter dem Wind lauschen und den Federn, die sie im letzten Jahr gesammelt hatte. Nach und nach würde sie lernen, sie zu lesen.

‚Kingfisher Secret‘ wurde in der Winterausgabe der Holunderelfe 2021 veröffentlicht.

http://www.holunderelfe.com

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