Ein Feenspiel

Fortsetzung ‚The Tri-coloured House‘ 6

Die Rauhnächte kamen über das Land und mit ihnen das neue Jahr. Esmeralda und Aslan tauchten tief in ihren Zauber. In tiefer Nacht, als die Schleier sich öffneten, wurden sie Zeugen eines Feenspiels.

Es war einmal oder war es, als die volle Mondin am Himmel stand. Da fand Blaue Feder am Fuße einer alten Linde mitten in der Großen Stadt einen goldenen Schlüssel.

Sie hob ihn auf und hielt ihn in der Hand. Er fühlte sich warm an. Sie spürte einen warmen goldenen Strom durch ihren Körper fließen. Sie nahm ihn mit und sie hatte das Gefühl, mit ihm entspann sich ihre Wintergeschichte.

Sie fuhr heim ins Tal der BroklandSau und zeigte den goldenen Schlüssel einer Schleiereule, die seit geraumer Zeit bei ihr wohnte. Die alte Eule lächelte Blaue Feder an, setzte sich mit ihr ans Feuer und erzählte ihr eine Geschichte.

Einst, als noch Freya, die freie Frau, über das Land zog in ihrem Katzenwagen mit ihren wilden Säuen im Gefolge, hing der goldene Schlüssel an ihrem Gürtel. Zu jener Zeit konnten die Menschen die Feen und Elfen noch sehen. Sie sprachen mit der Natur und die Natur half ihnen und die Menschen halfen sich auch untereinander.

Denn wisse, der goldene Schlüssel öffnet die Herzen für die Natur. Er öffnete das Herz für die Liebe und öffnet Tür und Tor für ein liebevolles Miteinander.

Im Winter in tiefer Nacht liegt der Schlüssel wie ein Same verborgen in der Erde. Werden wir still und lauschen, dann erwacht mit dem neuen Morgen eine Blume in uns und mit ihr öffnen sich alle Tore. Dann trägt Freya die Blüten der Schlüsselblume wieder in ihrer Krone und lässt uns die Schwere des Winters vergessen.

Mit ihrem goldenen Schlüssel öffnet sie die Herzen der Menschen, um sie für das neue Jahr bereit zu machen. Mit ihrem goldenen Schlüssel öffnet sie die Erde und weckt die schlafenden Naturkräfte. Mit ihrem goldenen Schlüssel öffnet sie für uns den Himmel auf Erden.

Als Blaue Feder den Ruf zum Feenspiel vernahm, schnappte sie sich einen Stoff und färbte ihn im Sud der Schlehen. Die Schlehen werden es schon richten, dachte sie bei sich. Mit ein bisschen Spucke und Lavendel wird es schon werden. Der Duft von Lavendel breitete sich im ganzen Hof aus und wie von Feen Hand ganz leicht, webten sich die Bilder zum Feenspiel. In alten Schachteln fanden sich gewebte Bänder, Perlen, Federn und Knöpfe. Sie spann das Traumgarn. Ihre Finger wurden schon etwas wund vom vielen Weben. Nun, ein bisschen Herzblut darf nicht fehlen. Und während sie webte und webte, sang sie ein Lied immer und immer wieder.

Tief in der Nacht

Kommen sie zusammen

13 Feen

Weben Wort-Fäden

Zu Perlen-Ketten

Seht Ihr sie

Im Nebel spielen

Bis der neue Morgen erwacht

Tief in der Nacht werden die Wunder gesponnen und gewebt, wenn 13 Feen ihr Feenspiel spielen.

Blaue Feder wünscht ein wundervolles neues Jahr.

13 Feen rief die Graugans in den Rauhnächten zusammen das Traumgarn zu spinnen. Welche Gaben sie für das kommende Jahr gewebt haben, könnt Ihr bei der Graugans nachlesen. Ein herzliches Dankeschön in die Feenrunde!

Der Ruf der Graugans, 1. Nacht, 2. Nacht, 3. Nacht, 4. Nacht, 5. Nacht, 6. Nacht, 7. Nacht, 8. Nacht, 9. Nacht, 10. Nacht, 11. Nacht, 12. Nacht, 13. Nacht, Epilog