Im Land der Hasel

Zum Sonnenaufgang ging Blaue Feder mit Mütze und Handschuhen hinaus ins Moor. Sie hatte kein bestimmtes Ziel und sie dachte bei sich:

Das Leben spinnt seinen ureigenen Faden. Es liegt an uns, ob wir ihn aufnehmen und weiter spinnen.

Der Große Mondsee lag still da. Blaue Feder ging den langen Weg der Regenbogentänzerin, der zum Schwanensee führt. Ein Kormoran breitete seine Flügel zum Trocknen aus. Im Auenwald erwartete sie den Sonnenaufgang. Sie tauchte einfach in die Stille des Sonnenaufgangs. Mit der Sonne flogen zwei Schwäne ein. Sie lauschte ihrem Gesang. Im glitzernden Morgenlicht verwandelten sich die weißen Schwäne in schwarze Schwäne. Was für ein Geschenk, so etwas erleben zu dürfen. Welch ein Glück.

Als Blaue Feder sich umsah, stellte sie fest, sie war umringt von Haselnuss-Bäumen. Wenn sie sich erst einmal eingestimmt hatte auf einen Baum, dann sah sie ihn plötzlich überall. Rund um den Schwanensee waren die Wege gesäumt mit Haselnusssträuchern.

Das bestätigten auch die beiden alten Damen, die sie traf und die dort immer ihre Haselnüsse sammeln gingen. Auch Holunder würden dort viel wachsen, wenn auch der Angelverein immer viel runter schnitt. Auch der Weg zur vorderen Gänsekuhle war gesäumt mit Haselbäumen.

Angekommen im Land der Hasel.

(Hier findet Ihr eine Fotogalerie. Wenn Ihr die Fotos anklickt, dann erscheint eine größere Ansicht.)

Derweil kochte sich Blaue Feder ein paar Rosmarinzweige ab und tauchte in ein Rosmarinbad, ihre Knochen wieder durchzuwärmen.