Das Versprechen

Einst wandelte Blaue Feder im Tal der Sprudelnden Quellen. Es war Sommer und ihr Knie wollte nicht mehr so laufen wie Blaue Feder es wollte. So saß sie den Sommer viel am Ententeich, malte die Enten, den Reiher und die Blumen. Auch zur Sommersonnnenwende saß sie am Seerosenteich beim kleinen Hexenhaus und lauschte der Geschichte der Gänsehirtin. Kennt Ihr das Märchen von der Gänsehirtin am Brunnen?

Die Graue und die Enten leistete ihr Gesellschaft. Mit der Zeit wurde sie eine von ihnen. Die Enten waren gerade in der Mauser und so wurde es zu einem Ritual jeden Tag ihre Federn einzusammeln.

So verbrachte sie ihre Tage im Tal der Sprudelnden Quellen. Sie machte alles langsam. Sie lauschte den Quellen und auch den Karpfen in den Teichen. Wer weiß, vielleicht würde sie einmal mehr erzählen aus dem Tal der Sprudelnden Quellen.

Blaue Feder versprach den Enten ein schönes Bild mit den Federn zu zaubern.

‚Ein Bild zu zaubern sei wunderbar, doch sei es wichtiger, gut auf sich selbst aufzupassen. Wenn Du magst und es Dir Freude bereitet, dann kannst Du auch die Worte fließen lassen. Von der Natur erzählen wie Du sie wahrnimmst. Einfach erzählen, was Du erlebst, wenn die Freude in Deinem Herzen wohnt.‘

Als es an der Zeit war Abschied zu nehmen, versprach sie ihnen, gut auf sich aufzupassen, alles mehr in Ruhe zu machen, den Federn zu lauschen und ihre Geschichten zu erzählen. Das Knie war zufrieden und gab den Weg wieder frei. Es war schon seltsam mit dem Knie.

Von nun stickte Blaue Feder ihre Bilder von Hand.

Das Sticken war wie eine Meditation und die Bilder, die entstanden ihre Meditationsbilder.

Heute nähte Blaue Feder die letzte Perle auf. Sie war ein wenig traurig. Vielleicht wollte sie noch garnicht fertig sein. Sie nähte die letzte Perle in den Schnabel der Ente. Es erinnerte sie an die Entengöttin Sequana. Sie trägt eine Perle im Mund und sie spricht Worte der Liebe.

Dieses Bild der Enten hängt nun in ihrem Atelier und erinnert sie an den Sommer am Ententeich und an ein Versprechen, das sie sich im Grunde ihres Herzens selbst gegeben hat.

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